Der tödliche Schuss eines US-Einwanderungsbeamten auf einen 52-jährigen Mann in Houston sorgt für Empörung. Nach Medienberichten war Lorenzo Salgado Araujo offenbar nicht einmal das eigentliche Ziel der Aktion. Der Familienvater wurde am 7. Juli kurz vor sieben Uhr morgens von einem Beamten der Einwanderungsbehörde ICE erschossen, nachdem Einsatzkräfte versucht hatten, seinen weißen Transporter anzuhalten. Seine Angehörigen sagen, er sei gerade auf dem Weg zur Arbeit gewesen. Behörden behaupten, Salgado Araujo habe sein Fahrzeug als Waffe eingesetzt und versucht, einen Beamten zu überfahren.
Der Agent habe daraufhin in Notwehr geschossen. Doch laut Berichten von ABC News und der »New York Times«, die sich auf einen Vertreter des Heimatschutzministeriums berufen, richtete sich der Einsatz ursprünglich gegen eine andere Person. Die Beamten hätten einen Hinweis erhalten, das Ziel observiert und an dessen Adresse zwei weiße Transporter bemerkt. Auf dem Weg dorthin hätten sie dann einen weißen Van gesehen, dessen Fahrer dem gesuchten Mann ähnlich gesehen habe. Daraufhin sei die Kontrolle eingeleitet worden. Salgado Araujos Tod löste in Houston Proteste und Trauer aus. »Er hatte es nicht verdient zu sterben. Er hatte es nicht verdient, auf die Schlagzeile ›Mexikanischer Mann von ICE erschossen‹ reduziert zu werden«, sagte sein Sohn Ronaldo Salgado. Nach Angaben der Familie war Salgado Araujo Vater von drei US-Staatsbürgern und habe sich im Prozess befunden, einen legalen Aufenthaltsstatus zu erhalten.
Die Behörden bezeichneten ihn als unerlaubt eingewandert, beantworteten aber keine konkreten Fragen zu seinem Status. Bürgerrechtsvertreter kritisieren, der Verweis auf angebliche Gefahr durch Fahrzeuge werde bei tödlichen Einsätzen der Einwanderungsbehörden immer wieder bemüht. »Wir haben diese Ausrede zu oft gehört«, sagte Domingo Garcia, früherer Präsident der Latino-Bürgerrechtsorganisation LULAC. Die Organisation steht nach eigenen Angaben mit der Familie in Kontakt. Demnach befanden sich weitere Arbeiter im Fahrzeug, die nach dem Vorfall festgenommen wurden. Auch international zieht der Fall Kreise.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte nach Angaben der Nachrichtenagentur AP rechtliche Schritte an. Man könne die Misshandlung mexikanischer Staatsbürger in den Vereinigten Staaten nicht hinnehmen, sagte sie. Salgado Araujos Familie fordert nun eine umfassende Untersuchung. Sein Sohn beschrieb ihn als fleißigen Familienmenschen, der in den Vororten von Houston Häuser gebaut habe. Er habe sein Leben in den USA darauf ausgerichtet, seiner Familie den amerikanischen Traum zu ermöglichen.
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