Startseite Allgemeines „Hupkonzert gegen die App-Giganten“ – Wiener Taxis gehen im Großkonvoi auf die Barrikaden
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„Hupkonzert gegen die App-Giganten“ – Wiener Taxis gehen im Großkonvoi auf die Barrikaden

12138562O (CC0), Pixabay
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In Wien wird es heute laut – sehr laut. Mehr als 1.000 Taxiunternehmerinnen und -unternehmer rollen im Großkonvoi durch die Stadt, um ihrem Ärger über Uber, Bolt und die gesamte Plattformökonomie freien Lauf zu lassen. Denn während traditionelle Taxibetriebe mit Tarifbindung, Konzessionspflicht und Prüfungen arbeiten, scheinen App-Anbieter aus Sicht vieler Fahrer das bestehende System mit einem digitalen Schulterzucken zu unterlaufen.

Seit Jahren brodelt es in der Branche; heute kocht es über. Die Taxilenkerinnen und -lenker werfen den Plattformunternehmen vor, Fahrten bis zu 20 Prozent unter dem offiziell erlaubten Tarif zu vermitteln. Ein Geschäftsmodell, das – überraschenderweise – nicht besonders gut bei jenen ankommt, die sich an Tarifgrenzen halten müssen. Viele Betriebe sprechen mittlerweile von einem „existenzbedrohenden Preiskampf“, der sie zwischen Taxameter und App-Algorithmus zerreibt.

Die Forderungen: mehr Regeln, nicht weniger

Die Taxiunternehmen fordern das, was die Plattformfirmen am wenigsten hören wollen:
Mehr Regulierung. Einheitliche Tarife für alle. Gebietsschutz für Wien. Und Kontrollen – richtig viele Kontrollen.

Preisband abschaffen? Sofort.
Verstöße streng sanktionieren? Bitte gerne, inklusive saftiger Strafen bis hin zum Gewerbeentzug.
Illegale Plattformfahrer, Schwarzlenker, Sozialleistungsbetrug? Vollstreckungskommandos wären ihnen gerade recht.

Und natürlich: volle Transparenz.
Die Fahrer wollen vor einer Fahrt wissen, wohin es geht und was bezahlt wird. Klingt eigentlich selbstverständlich – in manchen Apps aber offenbar eine Art optionales Extra.

Protestzug mit Verkehrschaos-Potenzial

Um 12 Uhr beginnt das große Sammeln im Arbeiterstrandbadstraße-Areal, bevor sich der Konvoi ab 13 Uhr gemächlich – aber lautstark – in Bewegung setzt. Wagramer Straße, Reichsbrücke, Ringstraße: Alles, was Rang und Namen hat, wird im hupenden Ausnahmezustand sein.

Am Heldenplatz erwartet Wien dann die Abschlusskundgebung. Bis 16.30 Uhr wird die Innenstadt wohl klingen wie ein riesiger Reisebusparkplatz.

Hupen? Erlaubt.
Lautsprecher? Erlaubt.
Musik? Auch erlaubt.
Stillstand? So gut wie garantiert – zumindest für den Individualverkehr.

Die Polizei warnt vor „kurzfristigen Einschränkungen“. Die Wiener Linien rechnen mit Verzögerungen. Der ÖAMTC beruhigt halbherzig: große Staus sollte es nicht geben, nur mittlere. Und auch der ARBÖ hofft darauf, dass der Protest nicht völlig eskaliert – schließlich findet er zur Mittagszeit statt und nicht zur Rushhour.

Und weil es Wien ist: eine zweite Demo gleichzeitig

Als wäre ein hupender Taxi-Großkonvoi nicht genug, gibt es praktisch zur selben Zeit auch noch eine Großdemo der Gewerkschaften zu den Kollektivvertragsverhandlungen in der Sozialwirtschaft. 2.000 Teilnehmer erwartet, ebenfalls in der Innenstadt. Eine perfekte Kombination für alle, die ihren Blutdruck einmal wieder testen möchten.

Am 9. Dezember folgt übrigens die nächste Taxler-Demo – Wien darf sich also auf eine Adventzeit mit reichlich Verkehrspoesie freuen.

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