Im Fall der mutmaßlichen Erpressung des Babynahrungsherstellers Hipp verdichten sich die Hinweise auf die Identität des Beschuldigten – gleichzeitig bleiben zentrale Fragen offen. Wie nun bekannt wurde, soll es sich bei dem festgenommenen 39-Jährigen um einen ehemaligen Mitarbeiter des Unternehmens handeln. Eine offizielle Bestätigung durch die Ermittlungsbehörden steht allerdings weiterhin aus.
Der Verteidiger des Mannes bestätigte hingegen, dass sein Mandant früher bei Hipp beschäftigt war. Zugleich weist er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. Der Beschuldigte bestreitet die Tat demnach vollumfänglich. Von einer Racheaktion könne keine Rede sein, so der Anwalt. Das frühere Arbeitsverhältnis sei einvernehmlich beendet worden.
Die Ermittlungsbehörden prüfen derzeit den Verdacht, dass der Mann versucht haben soll, den Konzern zu erpressen. Im Raum stehen zudem schwerwiegende strafrechtliche Vorwürfe – darunter vorsätzliche Gemeingefährdung und versuchte schwere Körperverletzung. Eine Ausweitung der Ermittlungen, etwa in Richtung versuchten Mordes, hängt maßgeblich von einem noch ausstehenden Gutachten zur Giftmenge ab, die in einem sichergestellten Produkt gefunden wurde.
Brisant bleibt auch: Ein weiteres mutmaßlich manipuliertes Glas ist bislang nicht aufgetaucht. Insgesamt waren mehrere Babynahrungsprodukte in Österreich und weiteren Ländern vorsorglich aus dem Verkehr gezogen worden.
Der Beschuldigte befindet sich derzeit in Haft, über die Verhängung der Untersuchungshaft ist noch nicht endgültig entschieden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Klar ist jedoch bereits jetzt: Die Vorwürfe wiegen schwer – doch ebenso klar ist, dass für den Mann die Unschuldsvermutung gilt.
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