Startseite Allgemeines Hessen fordert Ende der Übererfüllung von EU-Recht: Initiative im Bundesrat vorgestellt
Allgemeines

Hessen fordert Ende der Übererfüllung von EU-Recht: Initiative im Bundesrat vorgestellt

nathaliemeyer0 (CC0), Pixabay
Teilen

Das Land Hessen hat im Bundesrat eine Entschließung eingebracht, die darauf abzielt, die sogenannte Übererfüllung von EU-Vorgaben – auch als „Gold-Plating“ bezeichnet – künftig zu unterbinden. Ziel der Initiative ist es, den europäischen Binnenmarkt zu stärken, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern und unnötige bürokratische Hürden abzubauen.

Der europäische Binnenmarkt: Ein Erfolgsmodell für alle

Der europäische Binnenmarkt wird im Antrag als ein zentrales Erfolgsmodell für Verbraucherinnen, Verbraucher und Unternehmen hervorgehoben. Besonders Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas profitiere in erheblichem Maße von den einheitlichen Regeln und dem freien Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehr. Der gemeinsame Markt stärke den Wettbewerb und biete ein effektives Mittel gegen wirtschaftliche Abschottungsmaßnahmen innerhalb der EU.

„Gold-Plating“ als Belastung für Unternehmen

Allerdings sieht Hessen die Effektivität dieses Modells durch die Praxis des „Gold-Plating“ gefährdet. Dabei versehen Mitgliedsstaaten die Umsetzung europäischer Richtlinien mit zusätzlichen nationalen Vorgaben, die über die Mindestanforderungen der EU hinausgehen. Dies führe nicht nur zu einer Übererfüllung der europäischen Regeln, sondern auch zu zusätzlichen bürokratischen Belastungen für Unternehmen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sowie das Handwerk, die ohnehin mit knappen Ressourcen arbeiten, seien besonders betroffen.

Bürokratie hemmt Fortschritt

Die Entschließung kritisiert insbesondere die Einführung aufwendiger Berichts-, Melde- und Dokumentationspflichten, die häufig ihren Ursprung in europäischen Richtlinien haben, durch nationales „Gold-Plating“ jedoch weiter verschärft würden. Statt ihre Ressourcen in zukunftsweisende Projekte wie die Digitalisierung und die Energiewende zu investieren, müssten Unternehmen ihre Zeit und Mittel auf die Erfüllung zusätzlicher Bürokratieanforderungen verwenden.

Forderung: Keine Übererfüllung mehr

Hessen fordert die Bundesregierung auf, bei der Umsetzung europäischer Vorgaben auf eine Übererfüllung konsequent zu verzichten. Eine restriktive und eins-zu-eins-Umsetzung der EU-Richtlinien würde nicht nur die Planungssicherheit der Unternehmen erhöhen, sondern auch zu mehr Rechtsgleichheit und Klarheit führen. Dies wiederum stärke den Zusammenhalt innerhalb der EU und fördere eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.

Weiteres Verfahren

Die Entschließung wurde dem Ausschuss für Fragen der Europäischen Union sowie dem Wirtschaftsausschuss zugewiesen. Nach den Beratungen in den Ausschüssen wird der Antrag voraussichtlich in einem späteren Bundesratsplenum zur Abstimmung stehen. Hessen setzt mit dieser Initiative ein deutliches Zeichen für weniger Bürokratie und einen fairen und effizienten Binnenmarkt in Europa.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Aus Sicht eines Fortuna-Fans Fortuna Düsseldorf im Sommer 2026: Abrissbirne statt Aufstiegsfeier

Nach dem bitteren Absturz in die 3. Liga fühlt sich dieser Sommer...

Allgemeines

VFL Wolfsburg: Der Fan der begeistert ist

Als Wolfsburg-Fan kann man da schon mal vorsichtig die Trommel rühren: Fabian...

Allgemeines

Die Frau, die Disney um elf Jahre schlug – und fast vergessen wurde

Während Millionen Menschen glauben, Walt Disney habe mit „Schneewittchen“ den ersten Animationsfilm...

Allgemeines

BVB rüstet auf: Junge Wilde kehren zurück – Dortmunds Zukunft nimmt Gestalt an

Während andere Vereine noch hektisch auf dem Transfermarkt nach Lösungen suchen, arbeitet...