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Hansa Rostock nach dem Abstieg: Sportlich stabilisiert, wirtschaftlich knapp im Plus

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Der F.C. Hansa Rostock GmbH & Co. KGaA hat das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 trotz des Abstiegs aus der 2. Bundesliga mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen. Laut im Bundesanzeiger veröffentlichtem Jahresabschluss erzielte die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von rund 4.000 Euro. Im Vorjahr hatte noch ein Fehlbetrag von rund 344.000 Euro gestanden.

Sportlich war die Saison 2024/25 zunächst schwierig. Nach dem Abstieg in die 3. Liga musste Hansa einen umfassenden Umbruch bewältigen. Trainer Mersad Selimbegovic musste gehen, als neuer sportlicher Leiter kam Amir Shapourzadeh. Der verpflichtete zunächst Bernd Hollerbach als Cheftrainer. Nach nur zehn Punkten aus elf Spielen und Tabellenplatz 18 trennte sich der Verein jedoch wieder von ihm.

Nach einer kurzen erfolgreichen Interimslösung mit Simon Pesch und Marcus Rabenhorst übernahm Daniel Brinkmann. Unter ihm stabilisierte sich die Mannschaft deutlich. Aus den verbleibenden 25 Spielen holte Hansa 44 Punkte. Am Ende standen 60 Punkte und Tabellenplatz 5.

TV-Gelder brechen ein – Fans halten Hansa über Wasser

Wirtschaftlich war das Jahr deutlich vom Abstieg geprägt. Die Umsatzerlöse sanken von rund 30,0 Millionen Euro auf 22,4 Millionen Euro. Besonders hart traf Hansa der Rückgang bei den medialen Verwertungsrechten: Nach rund 10 Millionen Euro in der Zweitliga-Saison inklusive DFB-Pokal blieben in der 3. Liga nur noch rund 2,8 Millionen Euro, davon waren zudem 1,2 Millionen Euro periodenfremde Ausschüttungen aus der Vorsaison.

Stark entwickelten sich dagegen die Einnahmen aus dem Spielbetrieb. Sie stiegen von 8,16 Millionen Euro auf 9,17 Millionen Euro. Zwar sank der Schnitt verkaufter Tickets leicht von rund 23.300 auf 22.200 Zuschauer pro Heimspiel, dafür gab es in der 3. Liga 19 statt 17 Heimspiele. Rund 13.400 Dauerkarten und 8.800 Tageskarten pro Spiel zeigen: Die Anhänger blieben auch nach dem Abstieg ein wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor.

Auch die Sponsoringerlöse hielten sich vergleichsweise robust. Sie gingen zwar um etwa 14 Prozent zurück, lagen aber immer noch bei 8,85 Millionen Euro.

Kosten deutlich gesenkt

Hansa reagierte auf den Abstieg mit Sparmaßnahmen. Das Budget der Lizenzmannschaft wurde von 12,5 Millionen Euro in der 2. Bundesliga auf 8,25 Millionen Euro reduziert und zu etwa 96 Prozent ausgeschöpft. Die Ist-Kosten sanken um rund 3,9 Millionen Euro.

Auch in Verwaltung und sonstigem Personalbereich wurden die Kosten um 848.000 Euro reduziert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken insgesamt um rund 3,16 Millionen Euro auf 13,37 Millionen Euro.

Belastend wirkten allerdings Einmaleffekte, darunter eine Einzelwertberichtigung auf Forderungen gegen den früheren Hauptsponsor in Höhe von 928.000 Euro.

Liquidität gesunken, aber Zahlungsfähigkeit gesichert

Die Bilanzsumme sank von 10,87 Millionen Euro auf 10,03 Millionen Euro. Die liquiden Mittel gingen deutlich zurück: von 2,96 Millionen Euro auf 1,58 Millionen Euro. Dennoch betont die Geschäftsführung, dass die Gesellschaft im Geschäftsjahr jederzeit zahlungsfähig war.

Das Eigenkapital lag zum 30. Juni 2025 bei rund 234.000 Euro. Das Grundkapital beträgt 3,5 Millionen Euro. Anteilseigner sind der F.C. Hansa Rostock e.V. und die Obotritia Capital KGaA.

Ausblick: Kleine schwarze Zahl für 2025/26 geplant

Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 plant Hansa mit Umsätzen von 20,6 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von 46.000 Euro. Erwartet werden unter anderem:

7,8 Millionen Euro aus dem Spielbetrieb,
9,8 Millionen Euro aus Werbung und Sponsoring,
1,5 Millionen Euro aus medialen Verwertungsrechten.

Das Personalbudget für den Lizenzspielbetrieb wurde auf 8,1 Millionen Euro festgelegt. Für die Saison 2025/26 wurden laut Bericht ausschließlich vertragslose Spieler verpflichtet; Fremdkapital für Transfers war nicht nötig.

Fazit

Hansa Rostock hat den Abstieg wirtschaftlich besser verkraftet als zunächst erwartet. Der massive Rückgang bei den TV-Geldern wurde durch Kostensenkungen, stabile Sponsorenerlöse und eine treue Fanbasis teilweise aufgefangen. Sportlich gelang nach schwachem Start noch Platz 5.

Die Lage bleibt dennoch angespannt: Die Infrastruktur ist weiter auf Zweitliga-Niveau ausgelegt, die 3. Liga verlangt Kostendisziplin. Die größte wirtschaftliche Chance bleibt daher klar: der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga.

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