In New York zeichnet sich ein spannendes Rennen um die Nachfolge von UNO-Generalsekretär António Guterres ab. Gleichzeitig meldet die Ukraine einen neuen russischen Raketenangriff, während die EU den Schutzstatus für ukrainische Flüchtlinge verlängert – allerdings mit Einschränkungen für wehrfähige Männer. In der europäischen Autoindustrie sorgt unterdessen Renault mit starken E-Auto-Zahlen für Aufmerksamkeit.
Rebeca Grynspan führt bei erster UNO-Abstimmung
Bei einer ersten Probeabstimmung im UNO-Sicherheitsrat hat die Costa-Ricanerin Rebeca Grynspan laut Diplomaten die meisten Stimmen erhalten. Damit könnte ab Jänner 2027 erstmals eine Frau aus Lateinamerika an der Spitze der Vereinten Nationen stehen.
Die 70-Jährige war Vizepräsidentin Costa Ricas und leitet derzeit die UNO-Organisation für Handel und Entwicklung, UNCTAD, in Genf.
Auf dem zweiten Platz landete die frühere Außenministerin von Guyana, Carolyn Rodrigues-Birkett. Rang drei belegte der Argentinier Rafael Grossi, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde.
Im Rennen befinden sich insgesamt vier Frauen und drei Männer. Zu den weiteren bekannten Kandidaten zählen die frühere chilenische Präsidentin Michelle Bachelet und Senegals ehemaliger Staatschef Macky Sall.
Der Auswahlprozess bleibt jedoch offen. Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates stimmen so lange ab, bis eine Kandidatin oder ein Kandidat mindestens neun Stimmen erreicht. Die fünf ständigen Mitglieder USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien können jede Bewerbung mit einem Veto stoppen. Die endgültige Ernennung erfolgt durch die UNO-Vollversammlung.
Ukraine meldet nordkoreanischen Raketeneinsatz
Bei einem russischen Angriff auf das ukrainische Dorf Raduschne sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj sechs Menschen getötet worden.
Vorläufige Daten deuteten darauf hin, dass Russland erstmals seit fast einem Jahr wieder eine Rakete aus nordkoreanischer Produktion eingesetzt habe. Moskau hatte bereits zuvor nordkoreanische Waffen gegen ukrainische Ziele verwendet.
Der neuerliche Einsatz könnte darauf hindeuten, dass Russland über zusätzliche Raketenbestände verfügt und diese für seine verstärkten Angriffe auf die Ukraine nutzt.
EU schränkt Schutz für wehrfähige Männer ein
Die EU-Mitgliedstaaten haben den vorübergehenden Schutzstatus für Flüchtlinge aus der Ukraine bis zum 4. März 2028 verlängert. Gleichzeitig wurde beschlossen, wehrfähige Männer bei neuen Anträgen grundsätzlich von diesem besonderen Schutz auszunehmen.
Die Regelung orientiert sich an den ukrainischen Wehrpflicht- und Ausreisebestimmungen. In der Ukraine unterliegen Männer zwischen 18 und 60 Jahren der Wehrpflicht. Für Männer zwischen 23 und 60 Jahren gilt grundsätzlich ein Ausreiseverbot.
Ausnahmen sollen weiterhin möglich sein, etwa für Alleinerziehende, Väter mehrerer minderjähriger Kinder oder Männer, die aus gesundheitlichen Gründen nicht wehrfähig sind. Die Einschränkung gilt ausschließlich für neue Antragsteller.
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte, die Entscheidung schaffe Klarheit und stärke zugleich die Verteidigungsfähigkeit und den Wiederaufbau der Ukraine. Nach seinen Angaben hatte die ukrainische Regierung um die Einschränkung gebeten.
Renault profitiert vom Elektroauto-Boom
Renault hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich bessere Zahlen vorgelegt als erwartet. Der Umsatz stieg um 9,4 Prozent, der Gewinn erreichte 700 Millionen Euro.
Besonders stark entwickelte sich der Absatz reiner Elektroautos. Er legte um 47,6 Prozent zu. Inzwischen ist jedes fünfte von Renault verkaufte Fahrzeug vollelektrisch.
Zum Erfolg tragen vor allem moderne Elektroversionen früherer Klassiker wie Renault 5, Renault 4 und Twingo bei. Obwohl der Gesamtabsatz wegen Logistikproblemen bei Dacia leicht sank, bestätigte Renault sein Margenziel von 5,5 Prozent für das Gesamtjahr.
Europa holt bei E-Autos auf
In Europa wurden im ersten Halbjahr knapp 1,6 Millionen Elektroautos neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 33 Prozent. Der Marktanteil lag bei rund 22 Prozent.
Deutschland blieb Europas größter Einzelmarkt vor Großbritannien und Frankreich. Gleichzeitig erhöhte sich der Marktanteil chinesischer Hersteller deutlich. Im Juni stieg er gegenüber dem Vorjahr von sechs auf zehn Prozent.
Weltweit verlangsamte sich das Wachstum. In China sank der E-Auto-Markt um fünf Prozent, in den USA gingen die Neuzulassungen sogar um 22 Prozent zurück.
Deutsche Hersteller unter Druck
BMW, Mercedes und Volkswagen kämpfen vor allem mit schwachen Verkäufen in China. BMWs Absatz brach dort im zweiten Quartal um fast ein Drittel ein. Auch Volkswagen meldete einen Rückgang von mehr als 33 Prozent.
Die deutschen Hersteller kündigten weitere Einsparungen, Stellenabbau und einen verstärkten Einsatz von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz an.
Stellantis entwickelte sich dagegen besser. Der Konzern mit Marken wie Opel, Fiat, Peugeot, Citroën und Jeep erzielte einen Umsatz von 43,5 Milliarden Euro und kehrte mit 293 Millionen Euro Gewinn in die schwarzen Zahlen zurück.
Die Nachrichten des Abends zeigen damit drei große Entwicklungen: einen möglichen historischen Wechsel an der UNO-Spitze, neue politische und militärische Verschärfungen rund um die Ukraine und einen immer härteren Kampf um die Zukunft des europäischen Automarktes.
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