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Großbritannien entdeckt russischen Diesel – und verspricht, ihn irgendwann nicht mehr zu kaufen

aitoff (CC0), Pixabay
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Die britische Regierung hat angekündigt, ab dem 1. Januar 2027 keinen Diesel und kein Kerosin mehr zu importieren, die aus russischem Rohöl hergestellt wurden. Die Nachricht sorgt für Erleichterung bei Sanktionsbefürwortern – und für Stirnrunzeln bei allen, die auf den Kalender schauen.

Denn der Krieg in der Ukraine dauert inzwischen seit Jahren an. Russland steht unter massiven Sanktionen. Und Großbritannien erklärt nun entschlossen, dass es in etwa eineinhalb Jahren endgültig aufhören will, indirekt russisches Öl zu kaufen.

Das hat etwas von einem Nichtraucher, der feierlich verkündet, spätestens übernächstes Jahr keine Zigaretten mehr anzufassen.

Offiziell begründet London die Übergangsfrist mit Problemen auf dem Weltmarkt. Öl sei knapp, die Versorgung müsse gesichert bleiben. Kritiker übersetzen das etwas direkter: Russische Energie ist offenbar solange problematisch, bis sie irgendwo anders dringend benötigt wird.

Besonders pikant ist dabei die Konstruktion. Das russische Öl kommt häufig gar nicht direkt nach Großbritannien. Es wird zunächst in Drittstaaten verarbeitet und anschließend als Diesel oder Flugtreibstoff weiterverkauft. Aus russischem Öl wird so gewissermaßen internationales Öl mit neuem Reisepass.

Die Regierung verspricht nun, die Ausnahmeregelung alle zwei Wochen zu überprüfen. Theoretisch könnte die Lizenz also schon morgen aufgehoben werden. Praktisch hat man aber vorsichtshalber gleich ein Enddatum im Jahr 2027 festgelegt. Man kennt schließlich die Geschwindigkeit politischer Entscheidungen.

Scharfe Kritik kommt von Russland-Kritikern wie Bill Browder. Dessen Argument ist einfach: Einerseits finanziere der Westen die Ukraine mit Milliardenhilfen, andererseits fließe über Energieimporte weiterhin Geld nach Russland. Für ihn ist das ein Widerspruch, der schwer zu erklären sei.

Die Regierung widerspricht natürlich. Man erhöhe den Druck auf Moskau Schritt für Schritt und handle verantwortungsvoll. Übersetzt bedeutet das: Russland soll wirtschaftlich getroffen werden, aber bitte nicht so stark, dass die eigenen Tankstellen oder Flughäfen nervös werden.

Besonders bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Während die EU vor einer Aufweichung der Sanktionen warnt und von Geschlossenheit spricht, präsentiert London einen Fahrplan, der sinngemäß lautet: „Wir hören damit auf. Wirklich. Spätestens in 18 Monaten.“

So bleibt am Ende der Eindruck einer Politik zwischen moralischem Anspruch und wirtschaftlicher Realität. Großbritannien will Russland bestrafen, aber möglichst ohne die eigene Energieversorgung zu gefährden.

Oder anders gesagt: Der Kreml soll die Rechnung bezahlen – allerdings bitte erst, nachdem der Tank noch einmal vollgemacht wurde.

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