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Graz wählt links – der Rest darf Trostpreise verteilen

PaliGraficas (CC0), Pixabay
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In Graz gibt es Dinge, auf die man sich verlassen kann: Der Schlossberg steht, die Mur fließt – und die KPÖ gewinnt Wahlen. Bürgermeisterin Elke Kahr legte diesmal sogar noch einen drauf und sammelte mit 35,8 Prozent so viele Stimmen ein, dass selbst die Wahlprognosen kurz nachrechnen mussten.

Die ÖVP rettete sich mit 25,2 Prozent auf Platz zwei. Das ist ungefähr so erfreulich wie der zweite Platz beim Armdrücken gegen einen Bagger: Man war dabei, gewonnen hat trotzdem jemand anderes.

Die Grünen verloren zwar Stimmen, blieben aber vor der FPÖ. Das ist in etwa so, als würde man beim Marathon humpelnd ins Ziel kommen – Hauptsache, der Nachbar kommt noch später.

Für die FPÖ gab es immerhin ein kleines Plus. Sechs Mandate statt fünf – man feierte also, als hätte man gerade die Weltherrschaft übernommen, obwohl es am Ende doch nur für den Platz hinter den Grünen reichte.

Besonders tragisch verlief der Abend für die SPÖ. Nach dem historischen Tief von 2021 gelang das Kunststück, noch tiefer zu graben. Mit gerade einmal 5,6 Prozent wirkt die Partei inzwischen wie ein politisches Start-up, das noch auf den ersten Investor wartet. Zwei Mandate bleiben – vermutlich passen künftig alle Fraktionssitzungen bequem an einen Bistrotisch.

Auch die NEOS mussten ein kleines Minus hinnehmen. Immerhin bleibt genug Personal übrig, um sich gegenseitig zuzunicken.

Das eigentliche Kunststück vollbrachte allerdings die bisherige Koalition. Trotz Verlusten bei Grünen und SPÖ reicht es locker für eine Mehrheit. Die KPÖ könnte theoretisch sogar nur mit den Grünen weitermachen. Politisch nennt man das stabile Verhältnisse – Mathematiker sprechen schlicht von einer komfortablen Mehrheit.

Die Wahlbeteiligung sank leicht. Offenbar waren einige Grazer überzeugt: Warum zur Wahl gehen, wenn das Ergebnis ohnehin schon in der Mur spazieren geht?

Das endgültige Ergebnis wird zwar erst nach Auszählung der restlichen Wahlkarten feststehen. Doch eines ist bereits sicher: In Graz bleibt vieles rot – allerdings deutlich dunkler als der SPÖ lieb sein dürfte.

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