Es gibt Berufe, die boomen. Und dann gibt es offenbar Geldautomatensprenger. Deren Geschäftsmodell scheint inzwischen gewaltig zu schwächeln.
Das aktuelle Lagebild der Behörden zeigt: Die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten ist 2025 deutlich zurückgegangen. Besonders bitter für die Sprengmeister auf vier Rädern: Die Zahl der Automatensprengungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert – so wenige wie seit zehn Jahren nicht mehr.
Offenbar hat sich herumgesprochen, dass ein Geldautomat heute nicht mehr einfach nur Geld ausspuckt. Stattdessen färben moderne Sicherheitssysteme die Beute bunt ein, Alarmanlagen schlagen schneller an und Polizei sowie internationale Ermittler arbeiten enger zusammen. Früher gab es Bargeld – heute gibt es oft nur einen kaputten Transporter und schlechte Laune.
Dabei mangelte es den Tätern nicht an Kreativität. Gesprengt, geflext, aufgeschnitten oder gleich der komplette Automat geklaut – das Arsenal war beachtlich. Nur der wirtschaftliche Erfolg ließ zunehmend zu wünschen übrig.
Besonders absurd: Die verursachten Schäden übersteigen den eigentlichen Beutewert regelmäßig um ein Vielfaches. Rund 6,6 Millionen Euro erbeutetes Geld stehen Sachschäden von bis zu 20 Millionen Euro gegenüber. Betriebswirtschaftlich dürfte das selbst für Kriminelle kein überzeugendes Geschäftsmodell sein.
Ein Schwerpunkt bleibt zwar der Westen und Süden Deutschlands, wo die Nähe zu den Niederlanden und inzwischen auch die Verlagerung von Tätergruppen Richtung Österreich eine Rolle spielt. Doch insgesamt scheint das Risiko inzwischen deutlich größer zu sein als der mögliche Gewinn.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft des Jahres: Selbst in der Unterwelt spricht sich irgendwann herum, wenn sich ein Geschäftsmodell einfach nicht mehr rechnet.
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