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Gaza-Krieg: Filmschaffende rufen zum Boykott israelischer Filminstitutionen auf

mjimages (CC0), Pixabay
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Ein Appell von mehr als 1.700 Filmschaffenden sorgt derzeit international für Aufsehen. Schauspielerinnen, Schauspieler sowie zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Filmbranche fordern einen Boykott israelischer Film- und Medieninstitutionen. Der Hintergrund ist der seit 2023 andauernde Gaza-Krieg.

Inhalt des Aufrufs

Die Unterzeichner werfen den Institutionen vor, durch ihre Arbeit zum „Völkermord“ an den Palästinensern beizutragen. In der Erklärung heißt es: „In diesem akuten Moment der Krise, in dem viele unserer Regierungen das Blutbad in Gaza ermöglichen, müssen wir alles tun, um die Mittäterschaft an diesem unerbittlichen Horror zu bekämpfen.“

Der Aufruf nennt unter anderem israelische Rundfunkanstalten, sowohl öffentlich-rechtliche als auch private. Mit diesen solle keine Zusammenarbeit mehr stattfinden, auch die Präsentation von Filmen dort solle boykottiert werden. Die Begründung: Die Medien würden Kriegsverbrechen beschönigen oder rechtfertigen. Konkrete Beispiele für diese Vorwürfe liefert der Text allerdings nicht.

Darüber hinaus wird kritisiert, dass die Mehrheit der israelischen Kinos und Produktionsfirmen sich bislang nicht für die Rechte der Palästinenser eingesetzt habe. Einige wenige unbeteiligte Unternehmen werden zwar erwähnt, jedoch ohne konkrete Benennung.

Prominente Stimmen

Unter den Unterzeichnern finden sich international bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler wie Tilda Swinton, Mark Ruffalo und Susan Sarandon. Die prominente Unterstützung verschafft dem Aufruf zusätzliche Aufmerksamkeit.

Fehlende Einordnung

Kritik kommt vor allem deshalb auf, weil der Text das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 in Israel nicht erwähnt – jenen Angriff, der als unmittelbarer Auslöser des Gaza-Krieges gilt. Beobachter werfen den Initiatoren daher eine einseitige Sichtweise vor.

Bedeutung für die Filmbranche

Noch ist unklar, welche konkreten Folgen der Boykottaufruf haben wird. Möglich sind Auswirkungen auf Filmfestivals, internationale Koproduktionen oder die Zusammenarbeit mit israelischen Medienhäusern. Gleichzeitig dürfte die Debatte die ohnehin stark polarisierte Diskussion um Kunst, Kultur und Politik im Kontext des Gaza-Krieges weiter anheizen.

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