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Frankreich trennt sich von Palantir: „Wir hätten gern unsere eigene Überwachung“

jackmac34 (CC0), Pixabay
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Frankreich hat genug. Nach Jahren der Zusammenarbeit mit dem US-Datenriesen Palantir zieht der französische Inlandsgeheimdienst DGSI die Reißleine.

Die offizielle Begründung von Premierminister Sébastien Lecornu:

„Wir können im digitalen Bereich keine neuen strategischen Abhängigkeiten akzeptieren.“

Die inoffizielle Übersetzung:

„Es ist irgendwie ungünstig, wenn man für die nationale Sicherheit erst in Kalifornien um Erlaubnis fragen muss.“

KI-Sperre sorgt für französischen Schockmoment

Auslöser war offenbar die Entscheidung des US-Unternehmens Anthropic, seine KI-Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“ für Nicht-US-Bürger zu sperren.

Plötzlich wurde in Paris eine unangenehme Erkenntnis geboren:

Wenn die Zukunft auf künstlicher Intelligenz basiert und jemand anders den Stecker zieht, ist man ziemlich intelligent abhängig.

Ein Zustand, den Franzosen ungefähr so gerne mögen wie Ananas auf Baguette.

655 Millionen Euro für die digitale Grande Nation

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

Frankreich investiert nun 655 Millionen Euro in eine eigene KI-Plattform.

Das Ziel:

Eine künstliche Intelligenz, die französisch denkt, französisch analysiert und vermutlich gelegentlich über die Qualität amerikanischen Weins diskutiert.

Neuer Partner heißt Chapsvision

Statt auf Palantir setzt Paris künftig auf das französische Unternehmen Chapsvision.

Der Name klingt zwar ein wenig wie eine Mischung aus Champagner, Visionen und einem Start-up aus einem Pariser Café, doch genau dort soll künftig die digitale Zukunft Frankreichs entstehen.

Nach eigenen Angaben werden sich künftig zahlreiche Behörden auf die Technologie stützen.

Gerüchten zufolge soll sogar der deutsche Verfassungsschutz Interesse zeigen.

Was in Berlin vermutlich bedeutet:

Man beobachtet die Entwicklung zunächst einmal sehr gründlich.

Palantir sieht das entspannter

Palantir selbst reagierte bemerkenswert gelassen.

Der Vertrag sei weiterhin „vollumfänglich in Kraft“, erklärte das Unternehmen.

Übersetzt heißt das ungefähr:

„Ihr könnt uns verlassen, aber wir sind noch nicht ganz sicher, ob wir euch schon verlassen haben.“

Europas neue Erkenntnis

Hinter der ganzen Geschichte steckt eine Erkenntnis, die derzeit viele Regierungen beschäftigt:

Digitale Souveränität klingt lange langweilig – bis plötzlich jemand den Zugang sperrt.

Dann wird aus einer technischen Frage ganz schnell eine nationale Angelegenheit.

Und so investiert Frankreich nun hunderte Millionen Euro, damit künftig niemand mehr sagen kann:

„Tut uns leid, Ihre nationale Sicherheit ist derzeit wegen Wartungsarbeiten nicht verfügbar.“

Vive la KI.

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