Als Fortuna-Fan dachte man eigentlich, nach dem sportlichen Absturz wäre der Tiefpunkt erreicht. Weit gefehlt.
Während neue Spieler gesucht, Strukturen aufgebaut und die Rückkehr in ruhigere Fahrwasser vorbereitet werden sollten, entsteht zunehmend der Eindruck, dass sich die Verantwortlichen lieber mit sich selbst beschäftigen als mit dem Wiederaufbau des Vereins.
Und genau das brauchen wir jetzt ganz sicher nicht.
Samir Arabi hat sich seinen Start vermutlich anders vorgestellt
Dass Samir Arabi bei Fortuna keine einfache Aufgabe übernimmt, wusste jeder. Der Verein kommt aus schwierigen Monaten, sportlich wie wirtschaftlich.
Doch offenbar stößt auch der neue starke Mann schnell auf die gleichen Probleme, mit denen bereits Klaus Allofs und Sven Mislintat zu kämpfen hatten.
Statt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, scheint der Aufsichtsrat weiterhin mehr Teil des Problems als Teil der Lösung zu sein.
Für einen Verein, der sich gerade neu aufstellen muss, ist das ein fatales Signal.
Große Ankündigungen, kleine Ergebnisse
Besonders irritierend wirkt dabei die Kommunikation.
Als Aufsichtsratschef Björn Borgerding bei der Vorstellung von Arabi eine möglichst schnelle Mitgliederversammlung ankündigte, hörte sich das zunächst gut an.
Blöd nur, wenn sich kurze Zeit später herausstellt, dass dieser Zeitplan offenbar gar nicht realistisch umsetzbar ist.
Als Fan fragt man sich zwangsläufig:
Warum werden Dinge angekündigt, die intern offenbar weder abgestimmt noch organisatorisch möglich sind?
Vertrauen entsteht so jedenfalls nicht.
Verantwortung ja – aber bitte für alle
Noch merkwürdiger wird es, wenn plötzlich über angeblich zu teure Verträge aus der Vergangenheit diskutiert wird.
Denn wenn Verträge abgeschlossen wurden, die der Aufsichtsrat genehmigen musste, dann trägt nicht nur eine Person Verantwortung.
Kontrolle bedeutet schließlich nicht, Monate später auf andere zu zeigen.
Kontrolle bedeutet, Entscheidungen zu prüfen, bevor sie getroffen werden.
Genau dafür gibt es einen Aufsichtsrat.
Der Verein braucht Lösungen und keine Rechthaberei
Besonders alarmierend sind Berichte, wonach innerhalb des Gremiums inzwischen eine Art „Ich habe es doch gesagt“-Mentalität herrschen soll.
Ganz ehrlich:
Das interessiert momentan keinen Fortuna-Fan.
Niemand möchte wissen, wer vor zwei Jahren recht hatte.
Niemand möchte wissen, wer welchen Vorschlag eingebracht hat.
Niemand möchte interne Machtkämpfe verfolgen.
Die Fans wollen sehen, dass der Verein wieder auf die Beine kommt.
Punkt.
Wenn Interna schneller draußen sind als neue Spieler verpflichtet werden
Ebenso problematisch wirken die Berichte über regelmäßig durchgestochene Informationen.
Wenn vertrauliche Gespräche bereits kurze Zeit später öffentlich werden, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie überhaupt noch vertrauensvoll zusammengearbeitet werden soll.
Ein Verein kann nicht erfolgreich geführt werden, wenn jede Sitzung gefühlt direkt im Internet endet.
Gerade in Transferphasen ist Vertrauen eine Grundvoraussetzung für professionelles Arbeiten.
Fortuna braucht Geschlossenheit
Die größte Sorge vieler Fans dürfte derzeit gar nicht die sportliche Konkurrenz sein.
Die größte Sorge ist, dass sich der Verein weiterhin selbst im Weg steht.
Nach dem Abstieg, den personellen Umbrüchen und den wirtschaftlichen Herausforderungen müsste jetzt eigentlich jeder im Verein an einem Strang ziehen.
Stattdessen entsteht der Eindruck, dass manche lieber gegeneinander arbeiten als miteinander.
Das brauchen wir jetzt nicht
Fortuna Düsseldorf steht vor einer enorm wichtigen Saison.
Die Mannschaft muss neu aufgebaut werden.
Samir Arabi braucht Rückhalt.
Die Fans brauchen endlich wieder Zuversicht.
Und der Verein braucht vor allem eines: Ruhe.
Interne Grabenkämpfe, gegenseitige Schuldzuweisungen, undichte Stellen und persönliche Eitelkeiten helfen niemandem weiter.
Als Fortuna-Fan kann man deshalb nur sagen:
Das Letzte, was Fortuna Düsseldorf jetzt braucht, ist ein Aufsichtsrat, der sich mit sich selbst beschäftigt.
Der Verein hat bereits genug Gegner.
Da müssen nicht auch noch welche im eigenen Haus sitzen.
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