FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich öffentlich für die Freilassung des französischen Sportjournalisten Christophe Gleizes eingesetzt, der derzeit in Algerien eine siebenjährige Haftstrafe verbüßt.
Bei einer Pressekonferenz zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erinnerte Infantino an das Schicksal des Reporters und reservierte ihm symbolisch sogar einen Platz bei dem Turnier.
„Hier im Raum ist heute ein Sitzplatz leer“, sagte Infantino. „Dieser Platz ist für Christophe Gleizes, den einzigen inhaftierten Sportjournalisten der Welt. Natürlich hat er eine Akkreditierung für die Weltmeisterschaft. Und natürlich wartet dieser Platz auf ihn.“
Verurteilung nach Recherchen in Algerien
Der 37-jährige Journalist war nach Recherchen über den algerischen Traditionsverein JS Kabylie festgenommen worden. Der Klub stammt aus der Region Kabylei, in der die Bewegung für die Selbstbestimmung der Kabylei aktiv ist.
Die algerischen Behörden warfen Gleizes vor, durch Kontakte zu Mitgliedern der separatistischen Bewegung „Terrorismus verherrlicht“ zu haben. Ein Gericht verurteilte ihn daraufhin zu sieben Jahren Haft. Auch in der Berufungsinstanz wurde das Urteil bestätigt.
Eine weitere Anrufung des Obersten Gerichts zog Gleizes im März zurück. Stattdessen hofft er auf eine Begnadigung durch Algeriens Präsidenten Abdelmadjid Tebboune.
Hoffnung auf Begnadigung vor der WM
Infantino erklärte, er hoffe auf einen „Akt der Menschlichkeit“ und appellierte indirekt an die algerische Führung, dem Journalisten noch vor Ende der Weltmeisterschaft die Freiheit zurückzugeben.
„Ich hoffe wirklich, dass ihm eine präsidentielle Begnadigung gewährt wird und dass er vielleicht sogar noch während der WM zu uns stoßen kann“, sagte der FIFA-Chef.
Als Zeichen der Solidarität lud Infantino auch die Eltern des Journalisten zu einem WM-Spiel zwischen Frankreich und Senegal ein.
Familie kämpft für Aufmerksamkeit
Die Familie von Christophe Gleizes setzt darauf, dass die internationale Aufmerksamkeit rund um die Weltmeisterschaft den Druck auf die algerischen Behörden erhöht.
Sein Bruder Maxime Gleizes erklärte in einer Stellungnahme der Organisation Sports & Rights Alliance:
„Mein Bruder liebt den Fußball. Er würde sich sehr über die Unterstützung von Journalisten aus der ganzen Welt während der Weltmeisterschaft freuen. Ich hoffe, dass er freikommt, bevor das Turnier endet.“
Die Eltern des Reporters konnten ihn zuletzt im Gefängnis besuchen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP werde er zwar korrekt behandelt, fühle sich jedoch zunehmend von der Außenwelt abgeschnitten.
Pressefreiheit im Fokus
Der Fall sorgt international für Diskussionen über Pressefreiheit und die Rechte von Journalisten. Menschenrechtsorganisationen und Medienverbände fordern seit Monaten die Freilassung des Reporters.
Mit seiner öffentlichen Unterstützung hat nun auch die FIFA das Thema auf die internationale Bühne der Fußball-Weltmeisterschaft gebracht.
Ob die Aufmerksamkeit tatsächlich zu einer Begnadigung führt, bleibt abzuwarten. Für die FIFA steht jedoch fest: Bei der WM 2026 soll ein Platz für Christophe Gleizes frei bleiben – in der Hoffnung, dass er ihn eines Tages selbst einnehmen kann.
Kommentar hinterlassen