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Faktencheck zur Trumprede

succo (CC0), Pixabay
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Donald Trump hat bei seiner Pressekonferenz zum Krieg gegen Iran erneut gezeigt, dass für ihn Fakten vor allem dann nützlich sind, wenn sie sich seiner Dramaturgie unterordnen. Der US-Präsident überzog seinen Auftritt mit einer Reihe falscher oder irreführender Behauptungen – über den Kriegsverlauf, seine außenpolitische Bilanz und sogar über Osama bin Laden.

Besonders bemerkenswert war Trumps Versuch, sich nachträglich als frühen Warner vor Bin Laden darzustellen. Er behauptete erneut, bereits in einem Buch aus dem Jahr 2000 geschrieben zu haben, man müsse den Terroristen „ausschalten“. Tatsächlich ist diese Darstellung seit Jahren widerlegt. Bin Laden wird in dem Buch lediglich beiläufig erwähnt, konkrete Handlungsaufforderungen finden sich dort nicht. Getötet wurde er bekanntlich 2011 unter Präsident Barack Obama – also lange bevor Trump ins Amt kam.

Auch beim Thema Kriegsverluste wich Trump von den bekannten Tatsachen ab. Er sagte, praktisch die einzigen verlorenen US-Flugzeuge seien durch Eigenbeschuss zerstört worden. Das ist schon deshalb unhaltbar, weil ausgerechnet dieselbe Pressekonferenz von der Rettung zweier Besatzungsmitglieder eines über Iran abgeschossenen US-Kampfjets handelte. Zudem wurde nach Angaben des US-Militärs bei der Rettungsmission ein weiteres Flugzeug getroffen; auch ein AWACS-Aufklärer wurde in dem Konflikt zerstört.

Zu Trumps Standardrepertoire gehört inzwischen auch die Behauptung, er habe „acht Kriege beendet“. Diese Zahl hält einer Überprüfung seit Langem nicht stand. In mehreren Fällen handelte es sich gar nicht um Kriege im eigentlichen Sinne, in anderen Konflikten wurde keineswegs ein dauerhafter Frieden erreicht.

Nicht neu, aber ebenfalls unbelegt ist Trumps Erzählung, Venezuelas Ex-Machthaber Nicolás Maduro habe „Hunderttausende“ Häftlinge in die USA geschickt. Einen belastbaren Nachweis dafür gibt es bis heute nicht.

Auch bei der Truppenstärke in Südkorea übertrieb Trump deutlich. Er sprach von 45.000 US-Soldaten im Land. Offizielle Zahlen des Pentagon lagen zuletzt aber nur bei rund 26.700.

Schließlich wiederholte Trump seine alte Attacke auf Kamala Harris als angebliche „Grenzzarin“, die nie an der Grenze gewesen sei. Tatsächlich besuchte Harris die Grenze zweimal. Und schon das Weiße Haus unter Biden hatte klargestellt, dass sie nie offiziell diese Rolle innehatte.

Der Auftritt zeigte einmal mehr: Trump verkauft politische Erzählung als Wirklichkeit – und hofft, dass die Wucht seiner Worte jede Korrektur überrollt.

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