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Trump, Hegseth und der Krieg gegen Iran: Wenn Politik zur Predigt wird

kalhh (CC0), Pixabay
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Donald Trump und sein Verteidigungsminister Pete Hegseth sprechen über Krieg, als hielten sie eine Erweckungspredigt. Während im Nahen Osten weiter bombardiert wird, inszeniert das Weiße Haus den Konflikt zunehmend als Mischung aus Militärshow, religiöser Symbolik und apokalyptischer Drohkulisse. Die Botschaft: Amerika kämpft – und Gott scheint angeblich mitzunicken.

Am Ostermontag zog Trump bei einer Pressekonferenz eine bemerkenswerte Verbindung zwischen dem höchsten christlichen Feiertag und dem Krieg gegen Iran. Es sei „eines unserer besseren Osterfeste“ gewesen, sagte er – militärisch sogar eines der besten. Ein Satz, der selbst für Trump auffällt: Die Auferstehung Christi als Kulisse für Luftschläge und geopolitische Muskelspiele.

Noch deutlicher wurde Pete Hegseth. Der Pentagon-Chef, der christliche Symbolik seit Amtsantritt offensiv pflegt, erzählte die Rettung eines abgeschossenen US-Piloten wie eine biblische Passionsgeschichte: Am Karfreitag abgeschossen, den Samstag versteckt, am Ostersonntag gerettet – ein Pilot, so Hegseth wörtlich, „wiedergeboren“. Der erste Funkspruch des Geretteten habe gelautet: „God is good.“

Trump griff die Formel später dankbar auf. Auf die Frage, ob Gott im Krieg auf der Seite der USA stehe, antwortete er: „Ja, weil Gott gut ist.“ Das Problem: Während Trump sich auf göttliche Moral beruft, droht er gleichzeitig offen damit, Irans zivile Infrastruktur zu zerstören. Brücken, Kraftwerke, Versorgungssysteme – all das stellte er als legitime Ziele in Aussicht, falls Teheran seinen Forderungen nicht nachkomme.

Damit verschiebt sich der Ton im Weißen Haus weiter: weg von klassischer Sicherheitsrhetorik, hin zu einer fast messianischen Kriegsinszenierung. Nicht nur Gegner werden dämonisiert, auch militärische Gewalt wird moralisch aufgeladen. Der Krieg erscheint nicht mehr nur als strategische Operation, sondern als Kampf zwischen Gut und Böse – mit Trump als Oberbefehlshaber und Hegseth als Prediger im Tarnanzug.

Das ist politisch gefährlich. Wer Krieg religiös überhöht, senkt die Hemmschwelle für Eskalation. Und wer Bombardements mit Oster-Metaphern versieht, macht aus militärischer Macht ein Glaubensbekenntnis. Genau das ist die eigentliche Beunruhigung dieser Pressekonferenz. Nicht nur, was Trump androht. Sondern mit welcher Inbrunst er es tut.

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