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„Faksimile-Masche“: Millionenbetrug mit angeblich wertvollen Büchern

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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„Faksimile-Masche“: Millionenbetrug mit angeblich wertvollen Büchernn Brandenburg und Berlin hat die Polizei eine mutmaßliche Betrügerbande auffliegen lassen, die durch eine perfide Masche fast zwei Millionen Euro ergaunert haben soll. Bei einer Razzia wurden mehrere Wohnungen durchsucht und vier Tatverdächtige im Alter von 26 bis 37 Jahren festgenommen.

Die „Faksimile-Masche“: Wertlose Bücher für teures Geld

Die Bande soll vor allem Senioren ins Visier genommen haben. Mit geschickten Verkaufsgesprächen boten sie angeblich wertvolle Bücher an – darunter sogenannte Faksimiles, also Nachdrucke alter Werke. Tatsächlich handelte es sich jedoch um wertlose Reproduktionen, die teils zu horrenden Preisen angeboten wurden.

Die Opfer, viele von ihnen ehemalige Kunden einer Verlagsgruppe, wurden dabei besonders dreist getäuscht: Für die vermeintlichen Sammlerstücke verlangten die Betrüger oft eine Vorauszahlung als „Provision“ oder „Kaution“. Manche Opfer nahmen sogar Kredite auf, um die Summen von teils bis zu 450.000 Euro zahlen zu können.

Großeinsatz in mehreren Stadtteilen

Am Donnerstagmorgen schlugen rund 280 Polizistinnen und Polizisten zu und durchsuchten Wohnungen in Berlin-Neukölln, Rudow, Baumschulenweg, Mariendorf und Marienfelde sowie in den brandenburgischen Orten Falkensee und Teltow. Dabei stellten die Beamten Unterlagen, Handys und Datenträger sicher.

Die Ermittler gehen von mindestens zehn Tätern im Alter von 24 bis 51 Jahren aus. Einige der Festgenommenen sollen Verbindungen ins kriminelle Clan-Milieu haben. Die nun verhafteten vier Männer gelten als Hauptakteure der Bande.

Betrugsopfer nehmen Kredite auf

Die Täter nutzten eine besonders perfide Masche: Ältere Menschen, die bereits früher Faksimiles gekauft hatten, wurden gezielt angesprochen und mit angeblich neuen Sammlerangeboten geködert. Ihre Gutgläubigkeit führte dazu, dass viele Opfer bereit waren, hohe Geldbeträge im Voraus zu zahlen. Die Staatsanwaltschaft betont, dass die Betrüger nie vorhatten, die Bücher tatsächlich zu liefern – es ging allein um die Vorauszahlungen.

Verbraucherzentrale warnt vor der Masche

Die Verbraucherzentrale und die Polizei warnen seit Längerem vor dieser sogenannten „Faksimile-Masche“. Bundesweit gab es bereits zahlreiche Fälle, bei denen ältere Menschen auf die Betrüger hereingefallen sind. Die Staatsanwaltschaft im thüringischen Gera berichtete Anfang 2024 von rund 5,9 Millionen Euro Schaden, verursacht durch eine ähnliche Bande.

So schützen Sie sich:
  • Vorsicht bei hohen Vorauszahlungen: Seriöse Angebote verlangen selten eine Zahlung vorab.
  • Skepsis bei angeblich wertvollen Büchern: Faksimiles sind meist nicht hochpreisig.
  • Persönliche Beratung nutzen: Vor teuren Käufen sollte man sich bei Verbraucherschutzstellen beraten lassen.
  • Polizei informieren: Wenn ein Angebot unseriös wirkt, direkt Anzeige erstatten.

Die Ermittlungen dauern an, und die Behörden prüfen, ob weitere Opfer betroffen sind. Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat, sollte sich dringend bei der Polizei melden.

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