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Ex-Trump-Berater John Bolton bekennt sich im Geheimdokumenten-Verfahren schuldig

PublicDomainPictures (CC0), Pixabay
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Der frühere Nationale Sicherheitsberater der ersten Trump-Regierung, John Bolton, hat sich vor einem Bundesgericht schuldig bekannt, vertrauliche Informationen zur nationalen Sicherheit unzulässig aufbewahrt zu haben. Der 77-Jährige schloss zuvor eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft.

Bolton bekannte sich am 26. Juni vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Maryland in einem Anklagepunkt wegen der unbefugten Aufbewahrung sicherheitsrelevanter Informationen schuldig. Das Strafmaß soll am 28. Oktober 2026 verkündet werden.

Bis zu fünf Jahre Haft möglich

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft drohen Bolton eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren sowie eine anschließende Bewährungsaufsicht von bis zu drei Jahren.

Darüber hinaus muss der ehemalige Spitzendiplomat eine Geldstrafe in Höhe von 2,25 Millionen US-Dollar zahlen. Außerdem verliert er aufgrund des sogenannten Hiss Act seinen Anspruch auf eine staatliche Pension. Das Gesetz sieht den Verlust von Pensionsansprüchen für Bundesbedienstete vor, die wegen bestimmter Straftaten im Bereich der nationalen Sicherheit verurteilt werden.

Vorwurf: Geheime Informationen an Familienangehörige weitergegeben

Die Bundesanwaltschaft hatte Bolton bereits im Oktober 2025 angeklagt.

Nach der Anklageschrift soll er während seiner Zeit als Nationaler Sicherheitsberater zwischen 2018 und 2019 mehr als 1.000 Seiten mit Informationen über seine tägliche Arbeit an zwei Familienangehörige weitergeleitet haben, die mit ihm in einem Haushalt lebten, jedoch keine Sicherheitsfreigabe besaßen.

Demnach verschickte Bolton handschriftliche Aufzeichnungen über seine Tätigkeit in Form tagebuchähnlicher Berichte über einen kommerziellen Messenger-Dienst. Weitere als „streng geheim“ eingestufte Informationen soll er über private E-Mail-Konten bei AOL und Google versandt haben.

Verteidigung spricht von Verantwortungsübernahme

Boltons Anwalt Abbe Lowell erklärte nach dem Gerichtstermin, sein Mandant habe Verantwortung für einen Fehler übernommen und dadurch ein langwieriges Verfahren vermieden, bei dem möglicherweise weitere vertrauliche Informationen öffentlich geworden wären.

Zugleich nutzte Lowell die Gelegenheit für einen Seitenhieb auf Präsident Donald Trump. Während Bolton Unterlagen aufbewahrt habe, um historische Ereignisse zu dokumentieren, habe Trump geheime Dokumente nach Auffassung der Verteidigung aus eigennützigen Motiven behalten.

Frühere Kritik an Signal-Affäre

Ironischerweise hatte Bolton selbst im vergangenen Jahr führende Regierungsvertreter kritisiert, nachdem bekannt geworden war, dass hochrangige Mitglieder der Trump-Regierung militärische Planungen über den Messenger-Dienst Signal diskutiert hatten.

Damals hatte Bolton öffentlich gefragt, warum sensible Informationen überhaupt außerhalb gesicherter Regierungsnetzwerke ausgetauscht worden seien.

Politischer Weggefährte wurde zum Kritiker

John Bolton gehörte von 2018 bis 2019 zu den wichtigsten außen- und sicherheitspolitischen Beratern Donald Trumps. Nach seinem Ausscheiden entwickelte er sich zu einem der schärfsten Kritiker des Präsidenten und veröffentlichte später mehrere Bücher über seine Zeit im Weißen Haus.

Mit seinem Schuldeingeständnis endet nun ein Verfahren, das wegen des Umgangs mit streng geheimen Regierungsunterlagen erhebliche Aufmerksamkeit erregte und den früheren Spitzenbeamten selbst in den Mittelpunkt jener Debatte rückte, die er zuvor gegenüber anderen Politikern mit angestoßen hatte.

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