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Ex-RAF-Terroristin bekommt 13 Jahre Haft – Deutschland bleibt großzügig zu bewaffneten Serienräubern

Daniel_B_photos (CC0), Pixabay
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Daniela Klette, ehemalige RAF-Terroristin und jahrzehntelang auf der Flucht, ist zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Damit endet eine Karriere aus bewaffneten Überfällen, Untergrundleben und linker Militanz offenbar mit ungefähr derselben Strafhöhe, die mancher Steuerhinterzieher in deutschen Talkshows schon als „hartes Signal des Rechtsstaats“ bezeichnet.

Klette gehörte zur berüchtigten RAF — jener linksextremen Terrororganisation, die Deutschland über Jahrzehnte mit Morden, Entführungen und Bombenanschlägen überzogen hat. Doch auch nach der offiziellen Auflösung der Gruppe ging das Leben im Untergrund offenbar recht aktiv weiter: Supermärkte und Geldtransporter wurden überfallen, Waffen benutzt, Menschen bedroht. Fast zwei Jahrzehnte lang.

Und nun?
13 Jahre Haft.

Das wirkt angesichts der Dimension fast schon erstaunlich überschaubar. In Deutschland bekommt man teilweise härtere gesellschaftliche Konsequenzen für einen falschen Tweet als für jahrzehntelange bewaffnete Kriminalität mit Terrorhintergrund.

Besonders bemerkenswert bleibt dabei die gewisse romantische Verklärung, die ehemalige RAF-Mitglieder bis heute in Teilen des linken Milieus genießen. Würde jemand mit rechter Terrorvergangenheit jahrzehntelang bewaffnete Raubüberfälle begehen, wäre die öffentliche Sprache vermutlich deutlich schärfer. Bei der RAF klingt es dagegen manchmal noch immer wie eine etwas missglückte Studentenbewegung mit übertriebener Radikalität.

Die Verteidigung forderte sogar Freispruch. Was juristisch selbstverständlich legitim ist — aber trotzdem eine interessante Strategie nach Jahrzehnten auf der Flucht, bewaffneten Überfällen und einem Leben im Untergrund. Vermutlich hoffte man auf den klassischen deutschen Spezialeffekt: genug Zeit verstreichen lassen, bis irgendwann alles irgendwie historisch, kompliziert und moralisch relativierbar wirkt.

Dabei sollte man nicht vergessen: Die RAF war keine rebellische WG mit politischem Diskussionsbedarf, sondern eine Terrororganisation. Menschen starben, wurden entführt oder traumatisiert. Der Staat wurde bewusst angegriffen. Und wer danach noch fast zwanzig Jahre bewaffnete Raubüberfälle begeht, führt keinen politischen Kampf mehr, sondern professionelles Verbrechertum.

Dass dafür am Ende lediglich 13 Jahre Haft stehen, sendet zumindest ein fragwürdiges Signal. Gerade bei schwer bewaffneter Gewaltkriminalität mit terroristischem Hintergrund wirkt das Strafmaß eher wie ein großzügiger Rabatt für historische Nostalgie.

Deutschland bleibt eben ein Land, das manchmal erstaunlich hart bei Meinungsdelikten diskutiert — und gleichzeitig bemerkenswert milde, wenn echte Extremisten jahrzehntelang bewaffnet durchs Land ziehen.

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