Im Rennen um das Gouverneursamt im US-Bundesstaat Kalifornien zeichnet sich ein wichtiger Etappensieg für den früheren Gesundheitsminister Xavier Becerra ab. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Vorwahlen gilt der Demokrat als sicherer Teilnehmer der entscheidenden Gouverneurswahl im November.
Während die Stimmenauszählung weiterhin läuft, berichten mehrere US-Medien, dass Becerra bereits ausreichend Unterstützung erhalten hat, um einen der beiden Plätze für die Endrunde zu sichern. Wer ihm im November gegenüberstehen wird, ist hingegen noch offen.
Um den zweiten Platz kämpfen derzeit der republikanische Politiker und frühere Fernsehmoderator Steve Hilton sowie der milliardenschwere Klimaschutzaktivist Tom Steyer, der ebenfalls für die Demokraten antritt. Da in Kalifornien Millionen Briefwahlstimmen ausgewertet werden müssen, könnte die endgültige Entscheidung noch mehrere Wochen auf sich warten lassen.
Insgesamt standen mehr als 60 Kandidaten zur Wahl. Der bisherige Gouverneur Gavin Newsom darf aufgrund der gesetzlichen Amtszeitbegrenzung nicht erneut kandidieren.
Xavier Becerra verfügt über langjährige politische Erfahrung. Der gebürtige Kalifornier war zuvor Generalstaatsanwalt des Bundesstaates und gehörte unter Präsident Joe Biden als Gesundheitsminister dem Kabinett an. Im Wahlkampf präsentiert er sich als erfahrener Verwaltungsfachmann, der sowohl die Politik in Washington als auch die Herausforderungen Kaliforniens kennt.
Zu seinen zentralen Wahlversprechen gehören Maßnahmen gegen steigende Versicherungs- und Energiekosten sowie ein entschlossener Widerstand gegen politische Vorhaben von Präsident Donald Trump.
Besondere Bedeutung hätte ein Wahlsieg auch aus historischer Sicht: Becerra wäre der erste Gouverneur mit lateinamerikanischen Wurzeln in Kalifornien seit mehr als 150 Jahren. Rund 41 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates sind heute hispanischer Herkunft.
Der Wahlkampf gilt bereits jetzt als der teuerste Gouverneurswahlkampf in der Geschichte Kaliforniens. Vor allem Tom Steyer investierte Millionenbeträge aus seinem Privatvermögen in Werbung und Kampagnen. Gleichzeitig erhielt der demokratische Kandidat Matt Mahan erhebliche Unterstützung aus dem Umfeld des Silicon Valley.
Für zusätzliche politische Brisanz sorgt die anhaltende Debatte über die Briefwahl. Präsident Donald Trump kritisierte erneut das kalifornische Wahlsystem und behauptete ohne Belege, Demokraten würden versuchen, Wahlen zu manipulieren. Die Briefwahl wird in Kalifornien seit Jahren breit genutzt und macht inzwischen rund 80 Prozent aller abgegebenen Stimmen aus.
Bis zur offiziellen Zertifizierung des Wahlergebnisses am 10. Juli dürfte deshalb noch unklar bleiben, wer Xavier Becerra im November herausfordern wird. Seine Ausgangsposition im Rennen um die Nachfolge von Gavin Newsom gilt jedoch bereits jetzt als vielversprechend.
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