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European Song Contest- kein Geld mehr bezahlen

geralt (CC0), Pixabay
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Deutschland diskutiert über marode Schulen, überlastete Krankenhäuser, kaputte Straßen, fehlende Digitalisierung und immer höhere Sozialabgaben. Gleichzeitig fließen Jahr für Jahr Millionenbeträge in den Eurovision Song Contest – und Deutschland gehört dabei zu den größten Zahlern überhaupt.

Da darf man durchaus die Frage stellen:
Ist das wirklich noch verhältnismäßig?

Natürlich ist der ESC ein internationales Unterhaltungsevent mit großer Reichweite. Millionen Menschen schauen zu, es geht um Musik, Show und europäische Zusammenarbeit. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden.

Aber während viele Bürger inzwischen jeden Cent umdrehen müssen, wirken die Summen rund um den ESC zunehmend wie ein Symbol für politische und öffentlich-rechtliche Prioritäten, die mit der Lebensrealität vieler Menschen nur noch wenig zu tun haben.

Deutschland zahlt enorme Beiträge in den europäischen Rundfunkverbund ein und finanziert damit eine Veranstaltung mit, bei der man sportlich gesagt seit Jahren oft genug eher um die letzten Plätze kämpft als um den Sieg.

Und genau deshalb wächst die Kritik.

Denn viele Bürger fragen sich inzwischen:
Warum muss Deutschland als einer der größten Geldgeber auftreten, während gleichzeitig überall gespart wird?

Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit wirkt es schwer vermittelbar, dass Millionen in ein Unterhaltungsspektakel fließen, während Kommunen Schwimmbäder schließen, Schulen sanierungsbedürftig sind und Pflegeeinrichtungen ums Überleben kämpfen.

Natürlich argumentieren Befürworter, Kultur und Unterhaltung seien wichtig. Das stimmt auch. Aber es geht längst nicht mehr nur um Kultur, sondern um Prioritäten.

Wenn Bürger ständig hören, für Bildung, Infrastruktur oder Renten fehle angeblich das Geld, dann entsteht zwangsläufig Unverständnis, wenn gleichzeitig riesige Summen für internationale TV-Shows bereitgestellt werden.

Hinzu kommt:
Der ESC hat sich für viele Zuschauer ohnehin immer weiter von einem klassischen Musikwettbewerb entfernt. Statt musikalischer Qualität stehen häufig politische Botschaften, Inszenierungen und identitätspolitische Debatten im Mittelpunkt. Genau das sorgt zunehmend dafür, dass sich viele Gebührenzahler von diesem Format entfremden.

Und deshalb wird die Diskussion über die Finanzierung zwangsläufig schärfer werden.

Niemand fordert, Musik oder Kultur abzuschaffen. Aber man darf durchaus hinterfragen, ob Deutschland dauerhaft einer der größten Finanziers eines Events sein muss, dessen gesellschaftlicher Nutzen immer stärker diskutiert wird.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollte Politik und öffentlich-rechtlicher Rundfunk sensibel dafür sein, wie solche Ausgaben auf viele Menschen wirken.

Denn wer jeden Monat steigende Abgaben, Gebühren und Lebenshaltungskosten schultern muss, hat irgendwann wenig Verständnis dafür, wenn gleichzeitig Millionenbeträge in eine Samstagabendshow fließen.

Vielleicht wäre deshalb weniger Größenwahn und mehr Konzentration auf die wirklichen Probleme des Landes derzeit die bessere Investition.

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