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China/USA

geralt (CC0), Pixabay
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Nach dem Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping meldet China vorsichtige Fortschritte im Handelsstreit. Oder anders formuliert:
Die Weltwirtschaft atmet kurz durch, bevor der nächste Zoll-Tweet einschlägt.

Beide Seiten sprechen von „konstruktiven Gesprächen“, „vorläufigen Ergebnissen“ und „positiven Entwicklungen“. Das klingt in der Diplomatensprache ungefähr so euphorisch wie:
„Wir haben uns diesmal zumindest nicht gegenseitig angeschrien.“

Donald Trump verkündete natürlich sofort den ganz großen Deal. China werde 200 Boeing-Flugzeuge kaufen, Milliarden investieren und vermutlich demnächst auch noch amerikanische Maiskolben persönlich umarmen. In Washington herrscht traditionell das Motto:
Wenn schon Handelsgespräche, dann bitte direkt mit Hollywood-Drehbuch.

Peking dagegen blieb deutlich vorsichtiger. Dort sprach man lieber von „weiteren Gesprächen“, „gegenseitigem Verständnis“ und „schrittweisen Fortschritten“. Übersetzt heißt das vermutlich:
„Wir schauen erst einmal, was Trump morgen früh auf Truth Social schreibt.“

Besonders spannend ist die geplante Einrichtung eines Handelsrats und eines Investitionsrats. Das klingt beeindruckend, bedeutet international aber oft vor allem:
Mehr Sitzungen, mehr Namensschilder und noch größere Konferenztische.

Immerhin scheint man sich beim Thema Zölle vorsichtig anzunähern. Beide Seiten wollen offenbar bestimmte Strafzölle senken. Das ist bemerkenswert, nachdem man sich jahrelang gegenseitig mit Handelsbarrieren beworfen hat wie zwei Supermächte im Wirtschaftskindergarten.

Auch beim Thema Landwirtschaft gibt es angeblich Fortschritte. Das dürfte besonders amerikanische Farmer freuen, die in den vergangenen Jahren oft das Gefühl hatten, zwischen Trump, China und den Weltmärkten wie ein Maiskolben im politischen Mixer zu landen.

Und natürlich dürfen Boeing-Flugzeuge nicht fehlen. Denn kaum wird irgendwo über Weltpolitik gesprochen, landet früher oder später garantiert ein Flugzeugdeal auf dem Tisch. Flugzeuge sind in der internationalen Diplomatie ungefähr das, was Autogrammkarten im Fußball sind:
Man zeigt sie gerne vor Kameras.

Bemerkenswert bleibt allerdings der Unterschied zwischen amerikanischer Euphorie und chinesischer Zurückhaltung. Während Trump bereits von gigantischen Käufen und historischen Vereinbarungen spricht, vermeidet Peking weiterhin konkrete Zahlen, Summen oder Zeitpläne.

Was vermutlich vernünftig ist.

Denn im internationalen Handelsstreit gilt inzwischen eine einfache Regel:
Ein Deal ist erst dann wirklich sicher, wenn Donald Trump ihn mindestens 48 Stunden lang nicht auf Social Media widerrufen hat.

Bis dahin bleibt der aktuelle Durchbruch wohl das, was viele Gipfeltreffen am Ende sind:
Ein diplomatisch verpacktes „Wir reden weiter“ – garniert mit ein paar Flugzeugen, etwas Soja und sehr vielen Pressefotos.

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