Brüssel – Die EU-Kommission hat den großen Online-Basar AliExpress am Montag einmal kräftig zur Kasse gebeten. Der Vorwurf: Auf der Plattform sollen illegale Produkte zu lange fröhlich weiterverkauft worden sein – darunter gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und Kosmetika, bei denen man sich offenbar besser zweimal überlegt, ob man sie wirklich in Gesichtsnähe bringen möchte.
Die Strafe fällt nicht gerade aus wie ein freundlicher Hinweiszettel am Kühlschrank: 550 Millionen Euro soll der chinesische Online-Marktplatz zahlen. Nach Angaben der EU-Kommission habe AliExpress nicht ausreichend wirksame Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung verbotener Produkte auf der Plattform einzudämmen.
Oder anders gesagt: Brüssel hatte offenbar den Eindruck, dass zwischen „Produkt melden“ und „Produkt verschwindet“ ungefähr so viel Zeit verging wie zwischen Bestellung und Lieferung eines sehr günstigen Handy-Ladekabels aus Fernost.
Besonders problematisch: Gefälschte Mode, riskantes Spielzeug und potenziell gefährliche Kosmetikartikel sollen teils wochenlang online geblieben sein. Für Verbraucher ist das alles andere als lustig. Denn wer ein vermeintliches Schnäppchen bestellt, möchte am Ende keine Jacke bekommen, die nach Markenware aussieht, keine ist – oder ein Spielzeug, das eher in ein Prüflabor als ins Kinderzimmer gehört.
Die EU macht nun Druck. AliExpress hat bis Oktober Zeit, die beanstandeten Mängel zu beheben. Gelingt das nicht, könnten weitere Strafen folgen. Brüssel stellt also sinngemäß klar: Der digitale Marktplatz darf gern riesig sein – aber nicht rechtsfreier als ein Flohmarkt um drei Uhr nachts.
Für AliExpress wird es damit ungemütlich. Aus dem Motto „Alles billig, alles schnell, alles irgendwoher“ könnte nun ein neues werden: „Erst prüfen, dann verkaufen.“
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