Die Europäische Kommission will Unternehmen von bürokratischen Pflichten entlasten und plant laut Reuters eine Aufweichung der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie der Lieferkettenrichtlinie. Dies sei Teil eines umfassenden Pakets zur Vereinfachung der Umweltvorschriften, das nächste Woche veröffentlicht werden soll.
Weniger Firmen betroffen
Bisher waren Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten und einem Umsatz von 40 Millionen Euro zur Offenlegung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitsdaten verpflichtet. Künftig soll diese Schwelle jedoch deutlich steigen:
🔹 Nur noch Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitenden und 450 Millionen Euro Umsatz wären betroffen.
🔹 Sektorenspezifische Berichterstattung soll verschoben oder sogar gestrichen werden.
Lockerung der Lieferkettenrichtlinie
Auch die umstrittene Sorgfaltspflicht-Richtlinie, die Unternehmen zur Überprüfung von Menschenrechts- und Umweltstandards in ihren Lieferketten verpflichtet, soll gelockert werden:
🔹 Nur noch direkte Geschäftspartner und Tochterfirmen müssen geprüft werden.
🔹 Zulieferer und Unterauftragnehmer bleiben weitgehend außen vor.
Hintergrund: Trump macht Druck
Die Lockerungen stehen auch im Kontext der Politik von US-Präsident Donald Trump, der angekündigt hat, Umwelt- und Wirtschaftsregulierungen massiv abzubauen. Die EU reagiert damit auf die Sorge, europäische Unternehmen könnten im globalen Wettbewerb benachteiligt werden.
In Bulgarien eskalierten gestern Proteste gegen die Einführung des Euro, als rechtsgerichtete Demonstranten das Gebäude der EU-Vertretung in Sofia angriffen.
🔹 Molotow-Cocktails und Sachbeschädigungen
Ein Mob versuchte, in das Gebäude einzudringen, warf einen Brandsatz, zertrümmerte Fenster und beschmierte die Fassade mit roter Farbe.
🔹 Mindestens 2.000 Demonstrierende
Die Proteste wurden von der rechtskonservativen Partei Wasraschdanje organisiert, die ein Referendum gegen den Euro fordert. Die bulgarische Regierung lehnt dies jedoch ab.
🔹 Festnahmen und Verletzte
🔸 Sechs Personen wurden verhaftet.
🔸 Zehn Polizisten erlitten leichte Verletzungen.
EU und bulgarische Regierung verurteilen Gewalt
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte die Ausschreitungen scharf:
📢 „In Europa demonstrieren wir friedlich – Gewalt ist niemals eine Lösung.“
Auch die bulgarische Regierung betonte, dass Angriffe auf Institutionen inakzeptabel seien, insbesondere durch Anhänger einer Partei mit Abgeordneten im EU-Parlament.
Bulgarien will 2026 den Euro einführen, doch der Widerstand nationalistischer Kräfte wächst. Die Entscheidung über die Währungsreform bleibt ein heißes innenpolitisches Thema.
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