Was für ein überraschender Zufall: Sobald ein chinesischer Konzern MediaMarkt-Saturn übernehmen will, entdeckt Brüssel plötzlich mögliche „illegale Subventionen“ und den Schutz des fairen Wettbewerbs.
Na sowas aber auch.
Der chinesische Online-Riese JD.com möchte Europas Elektronikriesen MediaMarkt-Saturn übernehmen — und jetzt prüft die EU-Kommission ganz streng, ob dabei vielleicht günstige Kredite, Steuervorteile oder staatliche Hilfen aus China im Spiel gewesen sein könnten.
Denn wenn ein Konzern aus China kommt, ist man in Brüssel inzwischen ungefähr so entspannt wie ein Vegetarier auf einem Schlachthof.
JD.com selbst weist natürlich alles zurück. Das Geld komme angeblich ganz normal von privaten Banken und aus eigenen Mitteln. Also praktisch alles sauber, alles seriös, alles völlig harmlos.
Aber die EU denkt sich offenbar:
„Moment mal… ein chinesischer Konzern mit viel Geld? Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen!“
Dabei ist die Aufregung schon fast niedlich.
Denn jahrelang durfte halb Europa von internationalen Investoren aufgekauft werden, solange die Käufer aus den USA, Kanada oder irgendwelchen Investmentfonds kamen. Aber sobald „Made in China“ draufsteht, wird plötzlich jede Büroklammer dreimal untersucht.
Jetzt will Brüssel also herausfinden, ob JD.com ohne staatliche Unterstützung überhaupt so viel Geld hätte bieten können.
Man könnte auch sagen:
Die EU versucht gerade verzweifelt herauszufinden, wie jemand überhaupt genug Geld haben kann, um MediaMarkt zu kaufen — nachdem dort seit Jahren jeder zweite Fernseher gefühlt mit „19 Prozent Mehrwertsteuer geschenkt!“ verramscht wurde.
Besonders lustig:
Das Bundeskartellamt in Deutschland hat den Deal bereits genehmigt. Aber natürlich braucht es zusätzlich noch:
Schließlich wäre Europa nicht Europa, wenn man einen Wirtschaftsdeal nicht erst einmal monatelang bürokratisch einbetonieren würde.
Am Ende bleibt aber vor allem ein Eindruck:
Wenn ein chinesischer Konzern investiert, wird plötzlich jedes Detail geprüft.
Wenn dagegen europäische Unternehmen ins Ausland verkauft werden, heißt es oft nur:
„Der Markt regelt das schon.“
Aber vielleicht ist das einfach die neue europäische Wirtschaftspolitik:
Freier Handel — solange die Käufer bitte aus den „richtigen“ Ländern kommen.
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