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Epstein-Überlebende erhebt schwere Vorwürfe gegen Trumps Kandidaten für das Justizministerium

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay
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Unter Tränen hat eine Frau vor dem Justizausschuss des US-Senats geschildert, wie das amerikanische Justizministerium ihre persönlichen Daten mehrfach in öffentlich zugänglichen Unterlagen zum Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht haben soll. Sie forderte die Senatoren auf, Todd Blanche nicht als Justizminister zu bestätigen.

Die Betroffene, die heute als Lehrerin arbeitet, erklärte, ihr Name sei bei mehreren Veröffentlichungen der sogenannten Epstein-Akten nicht geschwärzt worden. Neben ihrer Identität seien unter anderem ihre Telefonnummer, frühere Wohnadressen und Angaben zu ihrem Arbeitsplatz öffentlich geworden.

Die Dokumente enthielten belastende, zugleich aber unvollständige Beschreibungen des Missbrauchs, sagte sie. Nicht nur Fremde hätten diese Informationen sehen können, sondern auch ihr Kind, ihre Schüler, Freunde, Arbeitgeber, Kollegen und Angehörige.

„Es war demütigend“, erklärte sie vor dem Ausschuss.

Persönliche Daten mehrfach veröffentlicht

Nach Darstellung der Frau tauchte ihr Name zunächst in einer Veröffentlichung im Dezember, anschließend erneut im Januar und später ein drittes Mal ungeschützt auf. Ihr Anwalt habe sich zuvor mehrfach um den Schutz ihrer Daten bemüht.

Erst im April seien ihre Angaben aus der öffentlich zugänglichen Datenbank entfernt worden. Informationen anderer Betroffener seien ihrer Kenntnis nach noch immer online verfügbar.

Die Frau widersprach damit ausdrücklich der Darstellung von Blanche, wonach das Justizministerium nach Bekanntwerden der Fehler unverzüglich reagiert habe.

„Das ist überhaupt nicht wahr“, sagte sie. Noch immer müssten Inhalte geschwärzt werden.

Blanche entschuldigt sich für Fehler

Blanche erklärte bei seiner Anhörung am 15. Juli, er übernehme die Verantwortung für Fehler bei der Veröffentlichung der Unterlagen. Auf Nachfrage eines demokratischen Senators entschuldigte er sich bei den Frauen, deren Identität offengelegt worden war.

Bei etwa einem Prozent der Dokumente seien Fehler gemacht worden, sagte Blanche. Zugleich betonte er, das Ministerium habe erhebliche Ressourcen eingesetzt, um diese Probleme möglichst schnell zu beheben.

Diese Erklärung stieß bei Betroffenen auf Kritik. Nach ihrer Darstellung wurden nicht nur einzelne Namen veröffentlicht. Hunderte Opfer seien identifizierbar gemacht worden. Teilweise hätten die Veröffentlichungen auch intime Bilder und weitere besonders sensible Informationen enthalten.

Die Folgen seien weitreichend, sagte die Zeugin. Betroffene hätten Drohungen erhalten, Arbeitsplätze verloren und ihre Privatsphäre eingebüßt.

Fotos aus der Kindheit im Anhörungssaal

Kurz vor der Aussage standen mehrere Frauen im Zuschauerbereich auf und hielten Bilder von sich als Kinder hoch. Damit wollten sie zeigen, wie jung sie nach eigenen Angaben waren, als Epstein sie missbrauchte.

Auch Angehörige von Virginia Roberts Giuffre nahmen an der Anhörung teil. Giuffre gehörte zu den bekanntesten öffentlichen Anklägerinnen Epsteins und starb 2025 durch Suizid.

Ihre Familie erklärte in einer Stellungnahme, sie lehne die Bestätigung von Blanche entschieden ab. Er habe die Überlebenden, die Öffentlichkeit und die grundlegenden Anforderungen an Transparenz und Verantwortlichkeit enttäuscht.

Für das Amt des Justizministers seien besonders hohe Maßstäbe bei Gerechtigkeit, Offenheit und Rechenschaftspflicht erforderlich, hieß es.

Republikanischer Senator droht mit Blockade

Blanches Bestätigung ist auch wegen des Widerstands aus den eigenen Reihen gefährdet. Der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina kündigte an, nicht für den Kandidaten zu stimmen, solange dieser sich nicht mit Epstein-Betroffenen getroffen habe.

Die Mehrheitsverhältnisse im Justizausschuss sind knapp. Nach dem Tod des republikanischen Senators Lindsey Graham am 11. Juli verfügen die Republikaner dort nur noch über elf Stimmen gegenüber zehn demokratischen Stimmen.

Sollten alle Demokraten gegen Blanche stimmen, wäre die Stimme von Tillis entscheidend. Seine Ankündigung könnte die Nominierung daher zumindest vorläufig blockieren.

Tillis erklärte, er versuche, zu einer Zustimmung zu gelangen. Das Treffen mit den Betroffenen sei dafür jedoch ein wesentlicher Schritt.

Streit über mögliches Treffen

Blanche hatte zunächst erklärt, er dürfe sich nicht mit anwaltlich vertretenen Betroffenen treffen. Demokratische Senatoren widersprachen dieser Darstellung. Die Anwälte könnten an einem solchen Gespräch teilnehmen oder ihre Mandantinnen könnten auf ihre Anwesenheit verzichten.

Der ranghöchste Demokrat im Justizausschuss warf Blanche deshalb widersprüchliche Aussagen vor. In einem persönlichen Gespräch habe der Kandidat zuvor erklärt, er sei bereit, sich mit jedem zu treffen.

Der Senator erinnerte daran, dass einige der Frauen nach eigenen Angaben erst 13 Jahre alt waren, als Epstein sie missbrauchte. Nach einem persönlichen Gespräch mit den Überlebenden werde es seiner Einschätzung nach für die Mitglieder des Senats schwer sein, Blanche zu unterstützen.

Vorwurf der Behinderung von Ermittlungen

Die Zeugin kritisierte das Justizministerium außerdem wegen eines Konflikts mit dem Bundesstaat New Mexico. Dort untersuchen Behörden mögliche Straftaten auf Epsteins Anwesen Zorro Ranch.

Der Justizminister von New Mexico hatte Blanche am 9. Juli schriftlich mitgeteilt, sein Bundesstaat warte seit mehr als 130 Tagen auf ungeschwärzte Unterlagen für die eigenen Ermittlungen.

Die Betroffene bezeichnete das Verhalten des Justizministeriums als Behinderung. Die Bundesbehörde verhindere damit eine umfassende Aufklärung möglicher Straftaten auf dem Anwesen.

Anhörung wird zur Belastungsprobe

Die Debatte um Blanches Nominierung geht damit weit über gewöhnliche parteipolitische Auseinandersetzungen hinaus. Im Mittelpunkt stehen der Umgang des Justizministeriums mit Missbrauchsopfern, der Schutz sensibler Daten und die Frage, ob Fehler bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten ausreichend aufgearbeitet wurden.

Für Blanche könnte die Anhörung zur entscheidenden Belastungsprobe werden. Solange er kein Gespräch mit den Betroffenen führt und die Vorwürfe gegen das Justizministerium nicht überzeugend beantwortet, bleibt seine Bestätigung im Senat unsicher.

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