Also bitte, warum tun jetzt plötzlich alle so überrascht wegen eines elektrischen Ferraris? Ich hatte schon vor 49 Jahren einen Elektro-Ferrari! Gut, der hatte ungefähr 30 Zentimeter Länge, fuhr maximal bis unter den Wohnzimmerschrank und wurde mit einer kleinen Schnur ferngesteuert – aber technisch gesehen war es ein Elektro-Ferrari!
Damals brauchte ich auch keine 550.000 Euro dafür. Zwei Batterien, ein bisschen Geduld und spätestens nach sieben Minuten war sowieso Schluss mit „Reichweite“. Ferrari nennt heute stolz „über 500 Kilometer“. Mein Modell schaffte immerhin zuverlässig den Weg vom Teppich bis gegen die Zimmerwand.
Jetzt präsentiert Ferrari also den neuen „Luce“ – vollelektrisch, über 1.000 PS, mehr als 310 km/h schnell und entwickelt mit einem ehemaligen Apple-Designer. Früher hieß das einfach: „Mein Cousin hat die Aufkleber draufgeklebt.“
Besonders schön finde ich die Idee, künstliche Vibrationsgeräusche einzubauen, damit das typische Ferrari-Gefühl erhalten bleibt. Herrlich. Früher kam das authentische Geräusch automatisch, wenn mein Plastik-Ferrari gegen den Heizkörper geknallt ist.
Und dass Ferrari stolz betont, weiterhin echte Knöpfe statt nur Touchscreens einzubauen, zeigt eigentlich nur, dass selbst Ferrari inzwischen gemerkt hat: Niemand möchte während 310 km/h erst durch fünf Menüs wischen, um die Lüftung einzuschalten.
Am Ende bleibt aber festzuhalten: Die Zukunft ist da. Ferrari baut jetzt Elektroautos. Die einen nennen das Revolution, die anderen erinnern sich einfach an ihr ferngesteuertes Spielzeugauto aus den 70ern und denken sich: „War meiner Zeit wohl mal wieder voraus.“
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