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Ein Schritt, den ich nicht verstehe: Warum St. Pauli Alexander Blessin hätte behalten sollen

jorono (CC0), Pixabay
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Als St.-Pauli-Fan muss ich ehrlich sagen: Mit dieser Entscheidung tue ich mich schwer.

Der FC St. Pauli hat offiziell die Trennung von Trainer Alexander Blessin bekannt gegeben. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga soll ein „frischer Start“ her. Sportchef Andreas Bornemann spricht von einer Analyse und davon, dass man zu dem Schluss gekommen sei, dass eine Trennung der richtige Weg sei.

Mag sein.

Aber als Fan frage ich mich trotzdem:

Ist der Trainer wirklich das größte Problem gewesen?

Blessin hat keinen Scherbenhaufen übernommen

Man sollte nicht vergessen, in welcher Situation Alexander Blessin überhaupt nach Hamburg kam.

Er musste in die riesigen Fußstapfen von Fabian Hürzeler treten, der den Verein in die Bundesliga geführt hatte und anschließend nach England wechselte.

Das allein ist schon keine einfache Aufgabe.

Trotzdem gelang Blessin in seiner ersten Saison etwas, das viele Experten nicht selbstverständlich fanden:

Der Klassenerhalt.

St. Pauli hielt sich in der Bundesliga, obwohl die Konkurrenz finanziell teilweise deutlich stärker aufgestellt war.

Das war keine Selbstverständlichkeit.

Ein schlechteres Jahr – und sofort der Trainer?

Ja, die vergangene Saison endete mit dem Abstieg.

Das ist bitter.

Keine Frage.

Aber Hand aufs Herz:

Hat wirklich jemand ernsthaft geglaubt, dass St. Pauli dauerhaft um die europäischen Plätze spielt?

Der Verein gehört finanziell nicht zu den Schwergewichten der Liga. Der Kampf gegen den Abstieg war von Anfang an die realistische Zielsetzung.

Natürlich darf man den Abstieg kritisieren.

Aber man sollte auch hinterfragen, ob die Verantwortung tatsächlich allein beim Trainer liegt.

Und jetzt Marcel Rapp?

Als möglicher Nachfolger wird Marcel Rapp gehandelt.

Und genau da beginnt bei mir das große Fragezeichen.

Was genau qualifiziert Marcel Rapp für diese Aufgabe?

Er wurde zuletzt bei Holstein Kiel freigestellt.

Die ganz große Erfolgsgeschichte liest sich anders.

Natürlich kann jeder Trainer eine zweite Chance verdienen.

Aber die Begeisterung hält sich bei mir ehrlich gesagt in Grenzen.

Wenn man einen Trainer entlässt, der bereits bewiesen hat, dass er mit St. Pauli in der Bundesliga bestehen kann, dann erwarte ich eine Lösung, bei der man sofort sagt:

„Ja, das ist ein klares Upgrade.“

Diesen Eindruck habe ich aktuell nicht.

Der typische Fußballreflex

Leider wirkt die Entscheidung ein wenig wie ein altbekanntes Muster im Profifußball.

Wenn etwas schiefgeht, wird zuerst der Trainer ausgetauscht.

Das geht schnell.

Das erzeugt Aktivität.

Und man kann den Fans vermitteln, dass etwas passiert.

Ob dadurch automatisch alles besser wird, ist eine andere Frage.

Mein Fazit

Ich wünsche Marcel Rapp selbstverständlich Erfolg, falls er tatsächlich neuer Trainer werden sollte.

Denn am Ende wollen wir alle dasselbe:

Dass St. Pauli wieder in die Bundesliga zurückkehrt.

Trotzdem bleibt bei mir ein ungutes Gefühl.

Alexander Blessin hat Fehler gemacht.

Die Mannschaft hat Fehler gemacht.

Der Verein hat Fehler gemacht.

Aber ich bin nicht überzeugt davon, dass die Entlassung des Trainers die richtige Antwort auf den Abstieg ist.

Manchmal wirkt es im Fußball so, als müsse nach einem Misserfolg zwangsläufig jemand gehen.

Für mich gehört Alexander Blessin allerdings nicht zu den Hauptverantwortlichen.

Und deshalb hätte ich mir gewünscht, dass man ihm die Chance gibt, den Wiederaufstieg selbst anzugehen.

Denn eines steht fest:

Den Trainer auszutauschen ist leicht. Einen besseren zu finden, deutlich schwieriger.

2 Kommentare

  • Also der Club hat sich zu Blessin bekannt, ich bin auch enttäuscht dass er nicht bleibt, aber der Club hat ihm jede erdenkliche Zeit gegeben sich ebenfalls zu bekennen. Wenn dabei die ANsprüche von Blessin über denen liegen die unser CLub realistisch liefern kann dann ist das leider so.

  • Dankeschön für die tollen Worte! Sie entsprechen genau meiner Meinung als St. Pauli Fan. Alexander Blessin ist ein toller Mensch und ein toller Trainer. Ich habe ihn auch beim Training erlebt. Ich wünsche ihm alles Gute!!!!

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