Man muss Donald Trump eines lassen: Wenn es darum geht, sich selbst zu feiern, braucht er keinen Anlass – ein Nationalfeiertag reicht völlig.
Eigentlich sollte die Auftaktveranstaltung zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten im Mittelpunkt stehen. Doch wer dachte, es ginge um George Washington, die Unabhängigkeitserklärung oder die Geschichte der USA, wurde eines Besseren belehrt. Stattdessen gab es die altbekannte Trump-Show: Militärkapellen, Kampfjets am Himmel und einen Präsidenten, der den größten Fan des Abends auf der Bühne stehen hatte – sich selbst.
Zwischen den Überflügen der Kampfjets blieb genügend Zeit, um die eigene Politik in den höchsten Tönen zu loben. Ob Iran, Bauprojekte am Weißen Haus oder der Kampf gegen Transgender-Rechte – kaum ein Thema, bei dem Trump nicht erklärte, wie großartig seine Regierung doch sei. Der 250. Geburtstag Amerikas geriet dabei streckenweise zur Nebensache.
Auch der Schlusssatz klang weniger nach einer Jubiläumsrede als nach einer Neuauflage des Wahlkampfs. „Wir werden Amerika wieder großartig machen“, verkündete Trump – und schob erst danach ein „Alles Gute zum Geburtstag, Amerika!“ hinterher. Man hatte fast den Eindruck, das Geburtstagskind musste sich glücklich schätzen, überhaupt noch erwähnt worden zu sein.
Die Kulisse passte jedenfalls: MAGA-Kappen, wehende US-Flaggen, „USA! USA!“-Rufe und eine Militärkapelle, die den passenden Soundtrack lieferte. Wer zufällig vorbeikam, hätte meinen können, der Präsident feiere nicht den 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten, sondern den Jahrestag seiner eigenen Amtseinführung.
Natürlich gehört Patriotismus zu einem solchen Jubiläum dazu. Aber zwischen berechtigtem Nationalstolz und einer zweistündigen Selbstbeweihräucherung liegt eben doch ein kleiner Unterschied.
Vielleicht hätte jemand Donald Trump vor der Rede noch einmal an den alten Spruch erinnern sollen: Eigenlob stinkt. Wobei – vermutlich hätte er darauf geantwortet, dass es der angenehmste Duft der Welt sei.
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