In Österreich sorgt derzeit ein Thema für mehr Aufregung als so manche Regierungskrise:
deutsche Eier bei Spar.
Genauer gesagt: bayerische Bodenhaltungseier in Verpackungen, auf denen glückliche Hühner fröhlich über grüne Wiesen spazieren – also ungefähr so realistisch wie Einhörner im Burgenland.
Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten:
Foodwatch, Vier Pfoten, „Land schafft Leben“ und die heimische Geflügelwirtschaft schlagen Alarm. Der Vorwurf: Die Verpackung sehe nach Freilandidylle aus, obwohl laut Kennzeichnung lediglich Bodenhaltung drinsteckt.
Besonders kreativ fanden viele offenbar den Aufdruck:
„Aus der Heimat.“
Die Frage ist jetzt natürlich:
Wessen Heimat eigentlich?
Für österreichische Konsumenten offenbar eher nicht. Außer man definiert Bayern inzwischen offiziell als emotional erweitertes Tirol.
Marktamt wittert Eier-Drama
Auch das Wiener Marktamt sieht eine mögliche Irreführung der Kundschaft und reicht den Fall nun an die Lebensmittelkontrolle Salzburg weiter.
Denn dort beginnt laut Behörden die große Eier-Reise aus Bayern Richtung österreichisches Frühstücksei.
Spar sagt: Nicht unser Huhn
Spar selbst verweist elegant auf den Hersteller:
Für die Verpackung sei der bayerische Familienbetrieb verantwortlich.
Übersetzt heißt das ungefähr:
„Wir verkaufen nur die Eier. Die glücklichen Photoshop-Hühner kommen von woanders.“
Eierkrise nach Ostern
Hintergrund der ganzen Debatte:
Nach der Osterzeit herrscht weiterhin Eierknappheit. Spar verkauft deshalb weiterhin deutsche Frischeier, weil österreichische Ware offenbar nicht in ausreichender Menge verfügbar ist.
Die heimische Geflügelwirtschaft sieht das naturgemäß kritisch.
Denn für viele Kunden gilt:
Wenn schon Bodenhaltung, dann wenigstens mit ehrlichem Huhn auf der Verpackung – und nicht mit Freiland-Fantasien aus der Marketingabteilung.
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