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Ebola auf dem Vormarsch – die Hilfe ist unterwegs. Irgendwo. Wahrscheinlich.

Leovinus (CC0), Pixabay
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Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm, Ärzte ohne Grenzen schlagen Alarm, die Krankenhäuser schlagen Alarm – und die Ebola-Fälle steigen derweil offenbar schneller als manche internationale Hilfsprogramme anlaufen können.

WHO-Chef Tedros Ghebreyesus reiste deshalb persönlich in den Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo sich die aktuelle Ebola-Variante Bundibugyo ausbreitet. Eine Variante, gegen die es derzeit weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt. Mit anderen Worten: Ausgerechnet jetzt, wo Geschwindigkeit gefragt wäre, muss die Weltgemeinschaft auf die klassische Methode zurückgreifen – organisieren, koordinieren, beraten und weitere Sitzungen planen.

Die Krankheit ist schneller als die Bürokratie

Ärzte ohne Grenzen formulierte es diplomatisch. Die Maßnahmen kämen zu langsam.

Übersetzt heißt das ungefähr:

Das Virus macht Überstunden, während die Hilfsgüter noch ihre Reisepläne abstimmen.

Über 1.000 Verdachtsfälle und hunderte mutmaßliche Todesfälle wurden bereits gemeldet. Niemand weiß genau, wie viele Menschen tatsächlich infiziert sind, weil die Laborkapazitäten begrenzt sind. Anders gesagt:

Die Zahlen sind beunruhigend.

Die Dunkelziffer vermutlich noch beunruhigender.

Hilfslieferungen treffen ein – Ebola wartet höflicherweise nicht

Natürlich sind inzwischen Hilfslieferungen unterwegs.

Die Europäische Union liefert Material.

Die USA stellen Millionenbeträge bereit.

Die Vereinten Nationen schicken Unterstützung.

Das Problem:

Ebola hat leider nicht angekündigt, bis zur vollständigen Ankunft aller Lieferungen mit der Ausbreitung zu warten.

Willkommen im Krisenmanagement des 21. Jahrhunderts

Besonders beeindruckend ist die internationale Standard-Choreografie:

  1. Krise entsteht.
  2. Experten warnen.
  3. Experten warnen etwas lauter.
  4. Internationale Gemeinschaft zeigt sich besorgt.
  5. Weitere Experten warnen.
  6. Hilfslieferungen werden angekündigt.
  7. Das Virus verbreitet sich weiter.

Der Ablauf wirkt inzwischen so eingespielt, dass man fast meinen könnte, er sei standardisiert.

Sicherheit? Auch das noch

Als wäre Ebola nicht genug, werden Helfer in einigen Regionen zusätzlich durch bewaffnete Gruppen bedroht.

Gesundheitszentren werden angegriffen.

Milizen behindern Hilfsmaßnahmen.

Millionen Menschen leben in Flüchtlingslagern mit schlechten hygienischen Bedingungen.

Man könnte also sagen:

Die Region bietet dem Virus nahezu perfekte Arbeitsbedingungen.

Grenzschließungen – die ewige Lieblingslösung

Mehrere Länder reagierten erwartungsgemäß mit Grenzschließungen und Reisebeschränkungen.

Die WHO hält davon wenig.

Denn Viren lesen bekanntlich keine Visa-Bestimmungen.

Wer glaubt, ein Virus halte an einem Grenzpfosten an und denke sich „Oh, hier darf ich nicht weiter“, dürfte auch überzeugt sein, dass Regenwolken Zollformulare ausfüllen.

Der große Ebola-Plan in Kenia

Besonders kurios wurde es bei den USA.

Dort plante man eine Quarantäne-Einrichtung in Kenia – obwohl Kenia bislang gar keine Ebola-Fälle gemeldet hatte.

Die Idee sorgte vor Ort nicht gerade für Begeisterung.

Ein Gericht stoppte das Projekt.

Man könnte sagen:

Die Bevölkerung war nicht vollständig davon überzeugt, prophylaktisch zum Wartezimmer für eine Epidemie werden zu müssen.

Fazit

Während Politiker beraten, Hilfslieferungen organisiert werden und Behörden Formulare ausfüllen, breitet sich Ebola weiter aus.

Die Helfer vor Ort arbeiten unter schwierigsten Bedingungen.

Die Krankenhäuser füllen sich.

Und die wichtigste Erkenntnis bleibt dieselbe wie bei vielen internationalen Krisen:

Das Virus bewegt sich leider deutlich schneller als die Bürokratie.

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