Als Dynamo-Fan ist man ja einiges gewohnt. Jahre voller Aufstiegsdramen, Abstiegsängste, Finanzdebatten und Transfermeldungen, bei denen man zunächst reflexartig nach dem Haken sucht.
Doch diesmal scheint es tatsächlich einmal eine dieser seltenen Nachrichten zu geben, bei denen man sich fragt: Wo genau ist eigentlich der Haken?
Nicolai Rapp kommt nach Dresden. Ablösefrei.
Ja, richtig gelesen. Ablösefrei. In einer Fußballwelt, in der mittlerweile selbst durchschnittliche Reservespieler mit Millionenbeträgen durch die Gegend geschoben werden, verpflichtet Dynamo einen gestandenen Zweitliga-Profi mit über 200 Einsätzen zum Nulltarif.
Da darf man Sportchef Sören Gonther ruhig einmal auf die Schulter klopfen.
Natürlich wird Karlsruhe seinen Vertrag nicht aus reiner Nächstenliebe aufgelöst haben. Natürlich wird Rapp auch kein Hartz-IV-Gehalt beziehen. Aber unter dem Strich bekommt Dynamo genau den Spielertypen, den man für die zweite Liga dringend braucht: robust, erfahren, unangenehm für den Gegner und hoffentlich mit der Fähigkeit ausgestattet, in hektischen Spielen auch mal den Puls der Mannschaft zu senken.
Denn eines darf man bei aller Euphorie nicht vergessen: Die zweite Liga ist kein Ort für Romantiker. Dort gewinnt nicht automatisch die Mannschaft mit den schönsten Kombinationen, sondern oft diejenige, die nach einem verregneten Freitagabend in Elversberg oder Fürth trotzdem noch weiß, wo das gegnerische Tor steht.
Und genau für solche Aufgaben scheint Rapp gemacht zu sein.
Besonders erfreulich ist dabei, dass Dynamo offenbar endlich einen etwas klareren Plan verfolgt. Mit Hauptmann, hoffentlich Wagner und nun Rapp entsteht im Zentrum eine Achse, die nicht nur Fußball spielen kann, sondern auch weiß, wie rau die zweite Liga sein kann.
Das klingt deutlich beruhigender als die jährliche Sommerlotterie der Vergangenheit, bei der man manchmal das Gefühl hatte, Spieler würden nach dem Prinzip verpflichtet: „Hat Fußballschuhe? Dann schauen wir mal.“
Natürlich wird Rapp allein keine Wunder vollbringen. Aber er bringt genau das mit, was Aufsteiger oft fehlt: Erfahrung, Stabilität und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieses Transfers.
Dynamo scheint verstanden zu haben, dass die Mission Klassenerhalt nicht mit großen Namen, sondern mit den richtigen Spielern gelingt.
Als Dynamo-Fan kann man deshalb nur sagen: Mehr von solchen Transfers, bitte.
Und wenn der Königstransfer tatsächlich nichts kostet, bleibt sogar noch Geld übrig, um den nächsten Wunsch zu erfüllen: Dass diese Saison endlich einmal nicht bis zum 34. Spieltag zur Nervenheilanstalt wird.
Ich bin seid 58 Jahren Dynamo Fan bin jetzt 64 und hoffe das der Dynamokreisel , leises Wunschdenken, bald wieder dort ist wo der Verein hingehört, 1 Bundesliga, und Eurospiele. Wie gegen Metz Uerdingen Bordeaux Bayern und anderen guten Vereinen.
Dickes fettes Lob an Herrn Gonder und Hernn Stamm. Ich hoffe das Dynamo mal den Trainer länger hält als nur zur Kaffeepause..
Dynamischen Grüße