Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano ist kaum im Amt, da liefert er bereits die politische Debatte des Wochenendes. Die CDU? Praktisch Faschisten. Die AfD? Faschisten. Alle irgendwie gleich.
Da stellt sich unweigerlich eine Frage: Hat der Mann noch alle Tassen im Schrank – oder hat er beim Umzug ins Parteibüro versehentlich das gesamte Geschirr im Treppenhaus verloren?
Wer ernsthaft behauptet, zwischen der CDU und echten Faschisten gebe es „gar keinen Unterschied“, der betreibt keine politische Analyse mehr. Das ist ungefähr so, als würde man einen Dackel, einen Schäferhund und einen Tyrannosaurus Rex in dieselbe Kategorie stecken, weil alle Zähne haben.
Besonders bemerkenswert: Kaum war die Empörung groß, erklärte Pantisano, seine Aussage sei „verkürzt“ gewesen. Das ist die politische Version von: „Ich habe das nicht gesagt – und wenn doch, dann war es anders gemeint.“
Selbst in den eigenen Reihen sorgte der Vergleich für Schnappatmung. Führende Linken-Politiker mussten öffentlich klarstellen, dass die CDU selbstverständlich eine demokratische Partei ist. Wenn die eigenen Parteifreunde nach dem Interview hektisch Feuerlöscher suchen, war die Wortwahl möglicherweise nicht optimal.
Auch das Wahlergebnis auf dem Parteitag wirkt nicht wie ein Vertrauensvotum mit Rückenwind. Während Co-Chefin Ines Schwerdtner überzeugende 85 Prozent erhielt, musste Pantisano mit 53 Prozent nach Hause gehen. In manchen Vereinen reicht das gerade noch für den Posten des stellvertretenden Kassenprüfers.
Die politische Realität ist ohnehin kompliziert genug. Man kann die CDU kritisieren, ihre Politik ablehnen oder ihre Entscheidungen bekämpfen. Dafür ist Demokratie schließlich da. Wer aber jede politische Meinungsverschiedenheit sofort mit Faschismus gleichsetzt, erreicht vor allem eines: dass der Begriff irgendwann seine Bedeutung verliert.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wer überall Faschisten sieht, sollte vielleicht gelegentlich prüfen, ob nicht die eigene politische Brille etwas zu fest sitzt.
Und die Frage, die viele nach diesem Wochenende beschäftigt:
Herr Pantisano, wie viele Tassen stehen eigentlich noch im Schrank?
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