Kaum war die Sorge groß, dass in der Straße von Hormus gar nichts mehr geht, scheint sich der Schiffsverkehr langsam wieder an sein altes Motto zu erinnern: Immer schön in Bewegung bleiben!
Zwar tuckern mit rund 70 Schiffen täglich noch nicht ganz so viele Pötte durch die Meerenge wie vor dem Iran-Krieg, als regelmäßig mehr als 100 Durchfahrten gezählt wurden. Aber die Tanker scheinen ihre Nervosität langsam über Bord zu werfen. Frei nach dem Motto: „War doch nur ein kleiner Umweg.“
Auch die Frachter mit Getreide und Dünger haben offenbar beschlossen, dass sich endloses Herumstehen im Hafen auf Dauer nicht lohnt. Laut Experten herrscht dort inzwischen fast wieder Alltag – oder wie Seeleute sagen würden: volle Fahrt voraus.
Besonders erfreut dürfte sich der Ölpreis zeigen. Nachdem er sich zwischenzeitlich wie ein Fahrstuhl mit defekter Bremse nach oben verabschieden wollte, ist er inzwischen wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Brent und WTI kosten wieder ungefähr so viel wie vor dem Konflikt.
Man könnte also sagen: Die Tanker fahren wieder, der Ölpreis entspannt sich – und Autofahrer dürfen zumindest kurz hoffen, dass der nächste Besuch an der Zapfsäule nicht wieder zum finanziellen Abenteuer wird. Erfahrungsgemäß sollte man sich allerdings nicht zu früh freuen. Beim Ölmarkt reicht manchmal schon ein schiefer Blick über den Persischen Golf – und die Preistafel an der Tankstelle bekommt wieder Schnappatmung.
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