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Die nächste Entscheidungsschlacht im Donbas

Motorolla (CC0), Pixabay
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Russland erhöht den Druck auf Kostjantyniwka

Während die Aufmerksamkeit zuletzt häufig auf ukrainische Angriffe gegen russische Raffinerien und Versorgungswege gerichtet war, entwickelt sich im Osten der Ukraine eine neue kritische Lage.

Im Fokus steht die Industriestadt Kostjantyniwka im Donbas. Russische Truppen haben ihre Aktivitäten dort in den vergangenen Wochen deutlich intensiviert und versuchen offenbar, die strategisch wichtige Stadt einzukesseln.

Für Moskau wäre ein Erfolg weit mehr als ein symbolischer Sieg. Kostjantyniwka gilt als Tor zu den letzten großen ukrainischen Verteidigungszentren im Osten. Fiele die Stadt, würden die russischen Streitkräfte näher an die wichtigen Städte Kramatorsk und Slowjansk heranrücken und ihrem seit Jahren verfolgten Ziel einer vollständigen Kontrolle des Donbas einen entscheidenden Schritt näherkommen.

Die Front verläuft inzwischen durch die Stadt

Nach Angaben ukrainischer Soldaten haben russische Einheiten inzwischen mehrere Stadtteile infiltriert. Die Lage sei unübersichtlich geworden. Russische Soldaten würden immer wieder in Bereiche eindringen, die eigentlich hinter ukrainischen Linien liegen.

In den Straßen von Kostjantyniwka entsteht damit ein Kriegsszenario, das beide Seiten fürchten: Häuserkampf.

Jedes Wohnhaus, jede Fabrikhalle und jedes leerstehende Gebäude kann als Versteck, Beobachtungspunkt oder Stellung dienen. Gleichzeitig erschweren die sommerliche Vegetation und dicht bewachsene Bereiche die Aufklärung aus der Luft.

Ukrainische Kommandeure betonen zwar öffentlich, die Lage sei weiterhin unter Kontrolle. Gleichzeitig räumen sie ein, dass sich weiterhin russische Soldaten innerhalb der Stadt befinden.

Der Drohnenkrieg verändert alles

Besonders deutlich zeigt sich in Kostjantyniwka, wie stark sich dieser Krieg verändert hat.

Lange galten ukrainische Drohnen als entscheidender Vorteil auf dem Schlachtfeld. Doch mittlerweile haben russische Einheiten ihre Taktik angepasst.

Nach Angaben ukrainischer Soldaten konzentrieren sich russische Drohnenpiloten inzwischen gezielt darauf, ukrainische Drohnenstellungen aufzuspüren und auszuschalten. Hinzu kommt der verstärkte Einsatz günstiger Aufklärungsdrohnen, die häufig aus chinesischer Produktion stammen und in großer Zahl verfügbar sind.

Das Ergebnis: Die ukrainischen Verteidiger verlieren zunehmend ihre Fähigkeit, Bewegungen des Gegners frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

Ein langsamer Vormarsch mit großer Wirkung

Der russische Vormarsch erfolgt dabei nicht spektakulär.

Oft gewinnen die Angreifer nur wenige hundert Meter pro Tag. Manchmal sogar deutlich weniger.

Doch genau diese Taktik hat sich bereits in anderen Städten des Donbas bewährt. Russische Truppen versuchen weniger, Verteidigungslinien frontal zu durchbrechen, sondern arbeiten sich Schritt für Schritt entlang der Flanken vor, um Städte einzukreisen und Versorgungswege abzuschneiden.

Je länger dieser Prozess dauert, desto schwieriger wird die Versorgung der ukrainischen Verteidiger.

Die Logistik wird zum Problem

Bereits jetzt berichten Soldaten von erheblichen Schwierigkeiten beim Nachschub.

Straßen werden regelmäßig von Drohnen und Artillerie überwacht. Versorgungskonvois geraten unter Beschuss. Selbst größere Transportdrohnen werden zunehmend abgefangen.

Der Kampf um Kostjantyniwka entwickelt sich deshalb immer stärker zu einer Frage der Logistik.

Wer Nachschub liefern kann, hält durch.

Wer seine Versorgung verliert, verliert irgendwann auch seine Stellungen.

Der Druck auf Kiew wächst

Für die ukrainische Führung wäre ein Verlust der Stadt ein schwerer Rückschlag.

Nicht nur militärisch, sondern auch politisch.

Denn während die Ukraine zuletzt Erfolge bei Angriffen tief im russischen Hinterland erzielen konnte und wichtige Treibstoffinfrastruktur ins Visier nahm, würde ein russischer Erfolg bei Kostjantyniwka zeigen, dass Moskau weiterhin in der Lage ist, im Donbas Geländegewinne zu erzielen.

Die kommenden Wochen könnten deshalb zu den wichtigsten seit Monaten werden.

Mehr als nur eine Stadt

Kostjantyniwka ist längst mehr als ein weiterer Ort auf der Landkarte des Krieges.

Die Stadt steht exemplarisch für die aktuelle Phase des Konflikts: langsame Vorstöße, erbitterte Häuserkämpfe, Drohneneinsätze rund um die Uhr und ein ständiger Kampf um Nachschub und Ressourcen.

Noch hält die Ukraine die Stadt.

Doch der Druck wächst.

Und je länger die Kämpfe andauern, desto stärker stellt sich die Frage, ob Kostjantyniwka zur nächsten großen Entscheidungsschlacht im Donbas wird.

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