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Deutschlands Kinder sitzen sich langsam durchs Leben

Pexels (CC0), Pixabay
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In Deutschland gibt es offenbar eine neue Lieblingssportart bei Kindern: Sitzen. Stundenlang. In der Schule, zuhause, vor dem Tablet, am Handy oder vor der Konsole. Bewegung? Höchstens noch der schnelle Sprint zum Kühlschrank.

Forscher schlagen inzwischen Alarm, denn Kinder bewegen sich heute deutlich weniger als früher. Gleichzeitig steigen Übergewicht, Konzentrationsprobleme und Bewegungsmangel immer weiter an. Eigentlich empfehlen Experten täglich mindestens 60 Minuten Bewegung – in der Realität schaffen das viele Kinder allerdings ungefähr so oft wie Erwachsene ihre Neujahrsvorsätze.

Besonders spannend ist dabei: Bewegung macht Kinder nicht nur fitter, sondern offenbar auch schlauer und glücklicher. Studien zeigen, dass aktive Kinder sich besser konzentrieren können, schneller reagieren und oft sogar bessere schulische Leistungen bringen. Oder anders gesagt: Vielleicht wäre manchmal eine Runde Fußball auf dem Schulhof sinnvoller als die vierte PowerPoint-Präsentation über gesunde Ernährung.

Forscher schlagen deshalb vor, Bewegung viel stärker in den Schulalltag einzubauen. Kinder sollen öfter aufstehen, sich im Unterricht bewegen und generell weniger stillsitzen. Eine revolutionäre Idee in einem Land, in dem mancher Lehrer schon nervös wird, wenn ein Schüler ohne schriftlichen Antrag den Platz verlässt.

Auch Eltern stehen in der Verantwortung. Denn Kinder bewegen sich häufiger, wenn Mama und Papa selbst nicht ausschließlich mit dem Daumen über Smartphone-Bildschirme trainieren. Schon gemeinsame Fahrradtouren, Spaziergänge oder Toben im Park können helfen. Wobei „Toben“ heutzutage vermutlich erstmal von drei Nachbarn gefilmt und in die lokale WhatsApp-Gruppe gestellt wird.

Interessant ist außerdem: Es muss gar nicht immer organisierter Vereinssport sein. Kinder profitieren schon davon, einfach mehr frei zu spielen. Klettern, rennen, fangen spielen oder auf Bäume steigen – also genau die Dinge, bei denen deutsche Erwachsene inzwischen sofort an Versicherungsfragen denken.

Experten kritisieren zudem, dass viele Schulen Bewegung sogar noch als Strafe streichen. Nach dem Motto: „Du warst unruhig? Dann fällt die Pause aus.“ Das ist ungefähr so logisch, als würde man einem überdrehten Welpen zur Beruhigung den Spaziergang verbieten.

Am Ende bleibt die Erkenntnis eigentlich simpel: Kinder sind nicht dafür gemacht, den ganzen Tag still auf Stühlen zu sitzen. Sie sollen laufen, springen, spielen, laut sein und sich bewegen. Früher wusste man das einfach instinktiv. Heute braucht es dafür internationale Studien, Arbeitsgruppen und wahrscheinlich bald einen nationalen Bewegungsgipfel mit PowerPoint-Präsentation im Sitzen.

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