Donald Trump hat viele Talente. Eines davon ist die bemerkenswerte Fähigkeit, seinen Namen auf möglichst viele Gebäude, Projekte und Einrichtungen zu kleben. Umso schmerzhafter dürfte ihn die Nachricht treffen, dass das Kennedy Center in Washington seinen Namen nun wieder aus offiziellen Dokumenten entfernt.
Mitarbeitende wurden angewiesen, den Präsidenten aus E-Mail-Signaturen, Briefköpfen, Anrufbeantwortern, Broschüren, Schildern und Webseiten verschwinden zu lassen. Man könnte sagen: Noch nie wurde ein Name so systematisch entsorgt, ohne dass eine Scheidung vorausgegangen wäre.
Auslöser ist eine Gerichtsentscheidung, die daran erinnerte, dass öffentliche Einrichtungen nicht beliebig umbenannt werden können. Eine Erkenntnis, die in funktionierenden Demokratien eigentlich als Selbstverständlichkeit gilt.
Trump hatte das traditionsreiche Kulturzentrum kurz nach Amtsantritt unter seine Kontrolle gebracht, den Vorsitz übernommen und zahlreiche Gremienmitglieder ausgetauscht. Anschließend wurde das Kennedy Center kurzerhand zum „Trump Kennedy Center“ umgetauft. Offenbar genügte es nicht, Präsident zu sein – nun sollte auch noch John F. Kennedy posthum Platz machen.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Künstler sagten Auftritte ab, Proteste folgten, und die Kulturszene zeigte sich wenig begeistert von der Idee, eine nationale Kulturinstitution in eine persönliche Markenfiliale umzuwandeln.
Doch wer glaubt, damit sei die Leidenschaft für monumentale Selbstverewigung gebremst, unterschätzt den Mann. Während sein Name vom Kennedy Center verschwindet, plant Trump bereits die nächste Runde architektonischer Eigenwerbung.
Eine neue Flaniermeile soll entstehen – möglicherweise als „Trump-Promenade“. Ein Triumphbogen auf der anderen Seite des Potomac ist ebenfalls vorgesehen. Mit fast dreifacher Höhe des Brandenburger Tors soll er wohl sicherstellen, dass auch wirklich niemand übersieht, wer ihn bauen ließ.
Parallel entsteht ein neuer Ballsaal am Weißen Haus, für den gleich ein Gebäudeteil weichen musste. Wo andere Präsidenten Bibliotheken hinterlassen, bevorzugt Trump offenbar Monumente.
So bleibt am Ende ein gewisser Trost für den Präsidenten: Sein Name mag aus den Briefköpfen des Kennedy Centers verschwinden. Aber solange irgendwo noch Platz für eine Promenade, einen Triumphbogen oder eine vergoldete Gedenktafel ist, dürfte das Problem nur vorübergehend sein.
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