Man kennt das von zu Hause: Irgendwann ist einfach zu viel Deko da. Depot geht jetzt einen Schritt weiter – und dekoriert gleich ganze Filialen aus.
Nachdem das Unternehmen bereits 2024 im großen Stil Läden geschlossen und Tausende Mitarbeiter verabschiedet hatte, folgt nun die Fortsetzung der Erfolgsserie: Insolvenz 2.0 – diesmal mit weiteren 66 Filialen auf der Abschussliste.
Das groß angekündigte „Depot 2.0“ sollte eigentlich alles besser machen: modernere Läden, günstigere Preise, ständig neue Trends. Herausgekommen ist offenbar eher „Depot 0.5 – Ladebalken bei 17 Prozent“.
Während asiatische Billigplattformen Wohnzimmer inzwischen schneller dekorieren als der Paketbote klingeln kann, kämpft Depot mit einer Erkenntnis, die den Einzelhandel seit Jahren verfolgt: Kerzenhalter für 39,99 Euro verkaufen sich plötzlich schlechter, wenn es im Internet fünf Stück inklusive Versand für 7,95 Euro gibt.
Immerhin läuft der Räumungsverkauf. 40 Prozent Rabatt auf fast alles. Vermutlich sogar auf die künstlichen Lavendelsträuße, die seit 2018 tapfer auf denselben Regalen stehen und inzwischen selbst eine Therapie bräuchten.
Besonders bitter: Wieder bangen zahlreiche Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze. Wie viele es diesmal trifft, verrät das Unternehmen noch nicht. Transparenz scheint inzwischen ebenfalls ein Auslaufmodell zu sein.
Bleibt die Hoffnung, dass wenigstens die Schilder mit der Aufschrift „Alles muss raus!“ diesmal tatsächlich stimmen. Denn bei Depot hat man inzwischen das Gefühl, dass irgendwann nicht nur die Deko verschwindet – sondern gleich die komplette Einrichtung.
Vielleicht lautet das nächste Konzept ja „Depot 3.0“. Arbeitstitel: Wir dekorieren nur noch den Online-Shop.
Und falls auch das nicht funktioniert, bleibt immerhin eine Erkenntnis: Kerzen kann man ausblasen – Insolvenzen leider nicht.
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