Conrem Ingenieure-auch ein Partner von Zinsland, aber ein ganz besonderer Partner, denn der ist Pleite

So hatte Zinsland zum Zeitpunkt des Geldeinsammelns von Kleinanlegern über das Unternehmen berichtet:

„CONREM Ingenieure GmbH ist ein Architektur- und Ingenieurbüro, dessen Inhaber und Geschäftsführer, Dipl.-Ing. Michael Groh, in den letzten Jahren bereits über 18 Projekte im gesamten Bundesgebiet realisieren konnte. In Kooperation mit der Projektentwicklungsgesellschaft ARPLAN Development GmbH & Co. KG hat man sich nunmehr auf sogenannte Micro-Apartments fokussiert.

Der zunehmende Anteil an Einpersonenhaushalten hat zur Folge, dass sich der Wohnungsmarkt sowohl vertikal in unterschiedliche Preissegmente, als auch horizontal in verschiedene Produktarten ausdifferenziert. Hier setzen ARPLAN und CONREM an und realisieren auf bestimmte Mietergruppen zugeschnittene Micro-Apartments in Form von luxuriös ausgestatteten Kleinwohnungen mit hohem Sicherheitsstandard. Das individualisierte Konzept sieht zudem vor, dass ein großer Anteil an Gemeinschaftsflächen realisiert wird. Die ARPLAN konnte derartige Gebäudestrukturen in München bereits realisieren und will das Konzept nun in weiteren Großstädten Deutschlands umsetzen.“

Nun ist genau das Projekt dieses Unternehmens das erste Crowdinvestingprojekt, welches Insolvenz angemeldet hat. Premiere in der Branche, nicht nur für Zinsland. Natürlich wird das sicherlich nicht das einzige Crowdinvestingprojekt bleiben, das in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, womit dann das Totalverlustrisiko für die beteiligten Kleinanleger sicherlich Realität werden könnte.

Nun versucht man angeblich seitens des Unternehmens Zinsland noch das Projekt zu retten. Das zumindest war der Tenor ,als die Nachricht sich im Internet verbreitete. Danach hat man dazu aber nichts mehr gehört. Da sollte Carl von Stechow mal wieder eine „Wasserstandsmeldung“ abgeben, denn die Anleger bangen natürlich um das von ihnen investierte Geld.

Wir fragen uns natürlich auch, ob sich das Unternehmen Zinsland einmal die wirtschaftliche Situation des Unternehmens überhaupt einmal angeschaut hat, bevor man das auf die Plattform als Angebot aufgenommen hat?

Bilanzen gab es ja schon, wenn auch im bezahlten Bereich des Unternehmensregister. Die zwei Euro, um das abzurufen, hätte man aber sicherlich doch investieren können, meine Damen und Herren von Zinsland. Hätte man sich die Bilanz angeschaut, dann hätte man sicherlich festgestellt, dass das Eigenkapital des Unternehmens gerade einmal das erforderliche Stammkapital einer GmbH um ein paar Hundert Euro übertroffen hat und dass das Unternehmen als „Neues Unternehmen“ auf dem Immobilienmarkt anzusehen ist. Es wurde auch erst im Jahre 2014 neu im Unternehmensregister eingetragen.

Amtsgericht München Aktenzeichen: HRB 213859 Bekannt gemacht am: 05.09.2014 02:08 Uhr
In ( ) gesetzte Angaben der Anschrift und des Geschäftszweiges erfolgen ohne Gewähr:
Neueintragungen
04.09.2014
HRB 213859:CONREM Projektmanagement GmbH, München, Fürstenrieder Straße 61, 80686 München.Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gesellschaftsvertrag vom 28.08.2014. Geschäftsanschrift: Fürstenrieder Straße 61, 80686 München. Gegenstand des Unternehmens: Administrative, organisatorische und planerische Aufgaben im Zusammenhang mit Erstellung, Bewirtschaftung und Verkauf von lmmobilien sowie Dienstleistungen im Rahmen von Geschäftsbesorgungsverträgen und immobilienwirtschaftlichem Projektmanagement, soweit hierfür keine behördlichen Genehmigungen notwendig sind. Die Gesellschaft übt insbesondere keine Tätigkeiten aus, die erlaubnispflichtig i.S.d. BauKaG sind. Stammkapital: 25.000,00 EUR. Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten. Geschäftsführer: Groh, Heinz Michael, München, *17.01.1958, einzelvertretungsberechtigt; mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

Auch solche Neugründungen von Unternehmen sollten grundsätzlich immer ein Indiz für die Anleger sein, hier besondere Vorsicht walten zu lassen, denn es fehlt dann letztlich auch der Nachweis, dass man das, was man tut und womit man Geld verdienen will, auch kann. Bei Zinsland hat man dem Anleger dann leider nicht gesagt, dass es um ein neues Unternehmen geht, in das die Anleger investieren sollen. Warum eigentlich nicht?

Hervorgehoben hat man in der Darstellung die Zusammenarbeit von Herrn Groh mit dem Unternehmen ARPLAN Development GmbH & Co. KG. Prima, dann schaut man sich solch ein Unternehmen doch auch einmal an.

Ein einfacher Blick ins Unternehmensregister hätte auch hier gereicht, um kritische Fragen zu stellen, denn auch dieses Unternehmen wurde erst im Jahre 2014 ins Unternehmensregister neu eingetragen. Da fragt man sich natürlich, wie sich das mit den zitierten 18 Projekten im gesamten Bundesgebiet verhält.

Amtsgericht München Aktenzeichen: HRA 103028 Bekannt gemacht am: 09.12.2014 02:02 Uhr
In ( ) gesetzte Angaben der Anschrift und des Geschäftszweiges erfolgen ohne Gewähr:
Neueintragungen
08.12.2014
HRA 103028:ARPLAN Projektentwicklung GmbH & Co. KG, München, Fürstenrieder Straße 61, 80686 München.(Entwicklung von bebauten und unbebauten Grundstücken für Wohn- und Gewerbeimmobilien, insbesondere planerische, organisatorische und administrative Aufgabenstellungen, soweit hierfür keine behördlichen Genehmigungen erforderlich sind.). Kommanditgesellschaft. Geschäftsanschrift: Fürstenrieder Straße 61, 80686 München. Jeder persönlich haftende Gesellschafter vertritt einzeln. Persönlich haftender Gesellschafter: ARPLAN Baumanagement GmbH, München (Amtsgericht München HRB 215481), mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

Hier bei diesem Projekt ist viel geklappert worden, um den Köder für die Anleger auszuwerfen. Viele Informationen, aus unserer Sicht auch substantielle für eine Entscheidungsfindung, hat man dem Anleger nicht zur Verfügung gestellt. Man muss dann sicherlich auch einmal die Frage nach der Mithaftung der Internetplattform ZINSLAND deutlich stellen.

Ein Blick in die 2015-Bilanz hätte gezeigt, dass das Unternehmen weit entfernt davon ist, erfolgreich zu sein. Hier wird ein Eigenkapital von lediglich etwas über 8.000 Euro ausgewiesen und ein Anlagevermögen von 50 Euro. Mal ehrlich, Herr von Stechow, wer hätte Vertrauen in diese Unternehmenskombination gehabt, die Sie so als Erfolgstandem verkauft haben? Ich denke, diese Frage können Sie sich selber beantworten.

Bei allem Verständnis, Herr Carl von Stechow, dass Sie mit dem Unternehmen Zinsland Geld verdienen wollen, ist doch völlig legitim. Aber solche Pleiten kann man durch die Veröffentlichung von besseren Informationen dann auch verhindern, in dem man die Finger lässt von solchen Unternehmen.

Nicht die Unternehmen machen Ihr Unternehmen erfolgreich, sondern die Anleger, die den Unternehmen Geld zur Verfügung stellen. Deren Vertrauen werden sie dann sicherlich noch mehr verlieren, wenn sich Ihre Geschäftspolitik nicht grundlegend verändert, was die zur Zurverfügungstellung von Informationen anbetrifft.

Natürlich weiß Carl von Stechow ganz genau, dass kaum ein Anleger zum Rechtsanwalt rennen wird, um ihn zu verklagen bzw. das Unternehmen, dem man das Geld zur Verfügung gestellt hat, denn die Kosten für einen Rechtsanwalt bzw. Gerichtsgebühren in der ersten Instanz dürften dann schon oft höher liegen, als der Schaden, der dem Anleger entstanden ist.

Genau das darf nicht sein aus unserer Sicht, denn auch in der Branche „Crowdinvesting“ gibt es Gauner und Betrüger, aber vor allem auch Glücksritter, die mit dem Geld der Anleger zocken, ohne groß eigenes Kapital einzusetzen.

Wir wollen zukünftig hier ein Regulativ schaffen, die „Interessengemeinschaft-crowdfunding- crowdinvesting-anleger“. Wir wollen die Stimme der Anleger dort werden, wo wir denken, das dies erforderlich ist. Wir wollen nicht nur die Angebotsseite sehen, sondern auch aus unserer Sicht Versäumnisse aufzeigen, um die Informationsqualität der Plattformen wie EXPORO, Zinsland, Bergfürst, Zinsbaustein, Grundag, Crowdpartner, Leihdeinerumweltgeld, Ifunded usw. zu verbessern. Wichtig dabei ist, dass sich viele Anleger aus dem Bereich Crowdfunding und Crowdinvesting unserer Plattform anschließen, damit wir eine kraftvolle Stimme sind.

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