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China greift nach dem Dollar – Peking sieht Chance zur Neuordnung der Finanzwelt

PublicDomainPictures (CC0), Pixabay
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Inmitten globaler Unsicherheiten und wachsender Skepsis gegenüber der US-Wirtschaftspolitik unter Präsident Donald Trump positioniert sich China gezielt als Alternative zur Dollar-Dominanz. Das erklärte Ziel: Der chinesische Renminbi soll langfristig als globale Reservewährung etabliert werden – und damit die Machtstellung des US-Dollars herausfordern.

Die staatliche Ideologie-Zeitschrift „Qiushi“ veröffentlichte am Wochenende Aussagen von Präsident Xi Jinping aus dem Jahr 2024, in denen er eine „starke Währung, weit verbreitet im internationalen Handel“, forderte – gestützt von einer „mächtigen Zentralbank“. Die Veröffentlichung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Dollar unter Druck steht: Der Kurs ist auf ein Vierjahrestief gefallen, Goldpreise erreichen mit über 5.500 US-Dollar pro Unze Rekordwerte, Investoren flüchten in sichere Häfen.

Der Dollar als angeschlagene Leitwährung

Der Dollar dominiert seit dem Zweiten Weltkrieg das globale Finanzsystem. Doch Trumps tariflastige Außenpolitik, der Streit um die US-Notenbank sowie der Wechsel an ihrer Spitze – Kevin Warsh soll Jerome Powell ablösen – haben das Vertrauen vieler Marktteilnehmer erschüttert. Internationale Investoren, aber auch Institutionen wie die Europäische Zentralbank, denken laut über Alternativen zum Dollar nach.

Laut IMF entfielen 2025 rund 57 % der weltweiten Devisenreserven auf den US-Dollar, der Renminbi kam nur auf 2 %. Dennoch wächst Chinas Einfluss – insbesondere durch enge Handelsbeziehungen mit Russland, dem Iran und Ländern des globalen Südens, sowie durch die Ausweitung von Zahlungen in Renminbi bei bilateralen Geschäften.

Systemischer Wandel oder geopolitisches Signal?

Beobachter zweifeln, dass China den Dollar kurzfristig verdrängen kann. Strenge Kapitalverkehrskontrollen, mangelnde Transparenz und politische Einflussnahme schrecken viele Finanzakteure ab. Gleichzeitig zeigt sich Peking als Stabilitätsanker – im Gegensatz zu einem US-Präsidenten, der BRICS-Pläne für eine neue Weltwährung bereits mit „100 % Strafzöllen“ zu torpedieren drohte.

„China weiß, dass es den Dollar nicht verdrängen kann – aber es sieht eine Gelegenheit, Einfluss zu gewinnen“, sagt Analyst Dinny McMahon.

So wird aus der Währungspolitik ein geopolitischer Hebel – und der Renminbi zur strategischen Waffe in einem sich wandelnden globalen Machtgefüge.

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