Cardi B ist bekannt für direkte Worte, große Auftritte und eine Karriere, die längst weit über die Musik hinausreicht. In einem Interview mit USA Today sprach die 33-jährige Rapperin nun über Ehrgeiz, Geschäftssinn, Gesundheit, Muttergefühle – und darüber, warum sie beim Lebensmitteleinkauf lieber selbst entscheidet, welche Süßkartoffel in den Wagen kommt.
Anlass des Gesprächs war Cardis neue nationale Werbekampagne für den Getränkehersteller Zevia. Die Grammy-Gewinnerin ist nicht nur Markenbotschafterin, sondern auch Anteilseignerin des Unternehmens. In der Kampagne tritt sie als „Real Talk Interpreter“ auf und übersetzt unausgesprochene Botschaften des Alltags in pointierte, direkte Ansagen. Das passt zu ihrem öffentlichen Image: Cardi B gilt als ungefiltert, spontan und schonungslos ehrlich.
Genau diese Offenheit sieht sie selbst als Teil ihrer Persönlichkeit. Sie sei eben so, sagte Cardi B. Gleichzeitig räumte sie ein, dass ihr die Meinung anderer Menschen durchaus nicht immer egal sei. Das sei manchmal belastend.
Im Gespräch machte die Musikerin deutlich, dass sie sich als Geschäftsfrau unterschätzt fühlt. Viele sähen nur die laute, extrovertierte Cardi B, nicht aber die strategische Unternehmerin dahinter. Dabei gehe es ihr längst nicht mehr nur um sich selbst. Sie denke an die Zukunft ihrer vier Kinder. Deshalb achte sie genau darauf, welche Partnerschaften sie eingehe und woran sie sich finanziell beteilige.
Die Zusammenarbeit mit Zevia versteht Cardi B deshalb nicht nur als Werbedeal. Als Anteilseignerin wolle sie Teil von etwas sein, das groß werden könne. Sie wünsche sich, Produkte, an denen sie beteiligt ist, in möglichst vielen Geschäften zu sehen. Erfolg, so sagt sie, habe sie immer gewollt – schon bevor sie Mutter wurde.
Auch beim Thema Ernährung zeigt sich Cardi B ungewöhnlich nahbar. Sie bezeichnet sich nicht als vorbildlich gesunde Esserin. Zehn Chicken Wings seien durchaus möglich, sagte sie sinngemäß. Aber sie versuche, bewusster zu werden und Dinge auszugleichen. Seit sie älter werde, achte sie stärker darauf, wie Lebensmittel und Getränke ihren Körper, ihr Gewicht und ihre Energie beeinflussen.
Beim Einkaufen verlässt sie sich allerdings nicht blind auf Lieferdienste. Geflügel kaufe sie nicht gern per App, auch Obst und Gemüse wolle sie oft selbst aussuchen. Lieferkäufer würden nicht immer die frischesten Produkte wählen. Manchmal bekomme sie eine Süßkartoffel geliefert, die schon halb verdorben sei. Ihre Bitte ist entsprechend direkt: Man solle beim Zusammenstellen ihrer Bestellung „ein bisschen Liebe“ hineinlegen.
Besonders offen spricht Cardi B über ihre Rolle als Mutter. Ihre Kinder sind zwischen acht Monaten und acht Jahren alt. Sie wolle ihnen gesündere Süßigkeiten und Getränke geben, frage sich aber manchmal, ob sie eine schlechte Mutter sei, wenn sie ihnen etwas Ungesundes erlaube. Am Ende gehe es für sie um Maßhalten.
Trotz ihrer Erfolge in „Hustlers“ und bei „Saturday Night Live“ steht eine größere Schauspielkarriere derzeit nicht im Mittelpunkt. Cardi B sagt offen, dass sie nicht gern den ganzen Tag am Set sitze. Ihre Energie liegt derzeit offenbar stärker bei Musik, Familie und unternehmerischen Projekten.
Das Interview zeigt eine Künstlerin, die zwischen Glamour und Alltag pendelt: perfekt gestylt am Werbeset, aber gleichzeitig beschäftigt mit faulen Süßkartoffeln, Mutterzweifeln und der Frage, wie man langfristig Wohlstand sichert. Cardi B bleibt damit vor allem eines: schwer zu übersehen – und noch schwerer zu unterschätzen.
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