Startseite Allgemeines Borussia Mönchen Gladbach Tränen, Trauma, Tabellenangst: Ist das noch die Mitgliederversammlung eines Traditionsvereins – oder schon die Generalprobe für die 2. Liga?
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Borussia Mönchen Gladbach Tränen, Trauma, Tabellenangst: Ist das noch die Mitgliederversammlung eines Traditionsvereins – oder schon die Generalprobe für die 2. Liga?

jorono (CC0), Pixabay
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Ist das die Mitgliederversammlung eines Traditionsvereins?
Oder saß man versehentlich bei einer Mischung aus Trauerfeier, Selbsthilfegruppe und akuter Abstiegsprävention?

Rund 1600 Mitglieder pilgerten zur Jahreshauptversammlung in den Borussia-Park – vermutlich in der Hoffnung auf Zahlen, Fakten, Perspektiven. Bekommen haben sie vor allem eines: Emotionen, Tränen und einen Präsidenten, der öffentlich vom Nicht-Abstieg als Saisonziel spricht.

Und genau da wird es schaurig.

Denn wenn bei einem Klub wie Borussia Mönchengladbach auf der Bühne nicht mehr über Europa, sportliche Entwicklung oder Ambitionen gesprochen wird, sondern sinngemäß darüber, dass es sich für die Fans immerhin lohnt, „nicht abzusteigen“, dann ist das nicht Demut.

Dann ist das ein Alarmsignal mit Vereinswappen.

Ein „Scheiß-Jahr“ mit Rekorden – und trotzdem klingt alles nach Krisenstab

Der Präsident wurde emotional, kämpfte mit den Tränen, sprach von einem „Scheiß-Jahr“, von körperlichen Schmerzen nach dem Derby und davon, dass man den Leidensweg gemeinsam mit der Mannschaft gegangen sei.

Ganz ehrlich:
Ist das die Ansprache eines Präsidenten von Borussia Mönchengladbach – oder die erste Krisenrede nach dem 31. Spieltag in Liga zwei?

Natürlich, Emotionen sind menschlich. Gerade bei einem Vereinsidol.
Aber wenn ein Traditionsverein mit Mitgliederrekord, Zuschauerrekord, 125-Jahr-Feier, U17-Meisterschaft und einem Umsatz von 189 Millionen Euro am Ende trotzdem klingt wie ein Patient auf der Intensivstation, dann darf man schon fragen:

Was genau macht ihr eigentlich mit all den schönen Rekorden, wenn sportlich nur noch Abstiegs-Panik übrig bleibt?

Die Raute als „Faustpfand“ – sportlich aber offenbar nur noch ein Notgroschen

Besonders bemerkenswert war der Satz, man habe ein „Faustpfand, das ist die Raute“ – und die lasse man nicht aus den Händen.

Das klingt kämpferisch.
Fast schon heroisch.

Nur leider hilft dir ein Vereinslogo herzlich wenig, wenn auf dem Platz seit Monaten der Eindruck entsteht, dass der Gegner in der 88. Minute nur einmal freundlich anklopfen muss, um noch ein Tor mitzunehmen.

Die Raute ist Identität. Keine Frage.
Aber sie ersetzt weder Struktur, noch sportliche Klarheit, noch Führungsstärke.

Traditionsverein oder Dauertherapie?

Dass der Präsident öffentlich sagt, „für die Fans lohnt es sich, nicht abzusteigen“, ist vielleicht gut gemeint.
Aber es ist auch entlarvend.

Denn wer bei Gladbach schon auf der Mitgliederversammlung den Nicht-Abstieg fast wie einen Titel verkauft, der offenbart vor allem eines:

Wie tief die Ansprüche inzwischen gesunken sind.

Borussia Mönchengladbach war mal ein Verein, bei dem man über Titel, Europa, Spielkultur und Haltung sprach.
Heute klingt es stellenweise so, als wäre das große Ziel:
„Bitte nicht komplett auseinanderfallen.“

Fazit

Mitgliederrekord.
Zuschauerrekord.
189 Millionen Euro Umsatz.
Und auf der Bühne Tränen, Schmerzen und die Erleichterung, nicht abzusteigen.

Wenn das die Mitgliederversammlung eines Traditionsvereins sein soll, dann läuft in diesem Traditionsverein einiges gewaltig schief.

Denn bei aller Emotionalität gilt:

Wer in Gladbach auf einer Mitgliederversammlung vom Abstieg redet, als wäre dessen Vermeidung schon ein Erfolg, der sollte sich weniger um Pathos kümmern – und mehr um die Frage, warum ein Klub dieser Größe überhaupt so klein von sich denkt.

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