Der frühere US-Präsident Joe Biden hat seinen Nachfolger Donald Trump ungewöhnlich scharf attackiert. Bei einer Gala-Veranstaltung im Bundesstaat Maryland bezeichnete der Demokrat den amtierenden Präsidenten als „Verlierer“ und warf ihm vor, sich mehr für persönliche Prestigeprojekte als für die Probleme der Amerikaner zu interessieren.
„Was für ein Verlierer“, sagte Biden mit Blick auf mehrere Bauprojekte rund um das Weiße Haus.
Kritik an Bauprojekten
Biden spottete insbesondere über Trumps Pläne zur Umgestaltung des Regierungsviertels in Washington. So behauptete er, Trump lasse einen Triumphbogen zu seinen Ehren errichten und beschäftige einen eigenen Spezialisten für die Sanierung des berühmten Reflecting Pools am Lincoln Memorial.
Der Reflecting Pool war in den vergangenen Monaten tatsächlich umfangreich renoviert worden. Trump hatte den Zustand der Anlage zuvor als „schmutzig“ und „undicht wie ein Sieb“ bezeichnet und die Arbeiten als notwendige Verschönerung der Hauptstadt dargestellt.
Zweifel an den Kosten
Kritiker werfen der Regierung allerdings vor, die Maßnahmen widersprüchlich zu begründen. Während das Weiße Haus immer wieder einen konsequenten Sparkurs propagiert, wurden für die Sanierung des Reflecting Pools bereits Millionenbeträge aus Bundesmitteln bereitgestellt. Zudem sorgten Berichte über Algenprobleme und eine auffällige blaue Beschichtung des Beckens für zusätzliche Diskussionen.
Für Biden ist der Reflecting Pool inzwischen zum Symbol geworden.
„Der Reflecting Pool spiegelt vor allem den Narzissmus und die Inkompetenz dieser Regierung wider“, erklärte der ehemalige Präsident.
Auch Kennedy Center im Fokus
Neben dem Reflecting Pool kritisierte Biden auch Trumps Umbaupläne für das Kennedy Center sowie den geplanten neuen Ballsaal am Weißen Haus. Beide Projekte beschäftigen inzwischen Gerichte und sorgen in Washington weiterhin für politische Kontroversen.
Zwei Jahre nach dem TV-Debakel
Bidens Auftritt fiel auf den zweiten Jahrestag seines viel kritisierten TV-Duells gegen Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2024. Die schwache Debattenleistung hatte damals parteiintern erheblichen Druck ausgelöst und letztlich zu seinem Rückzug aus dem Rennen um eine weitere Amtszeit geführt. Die anschließende Kandidatur von Kamala Harris endete später mit einer Wahlniederlage gegen Trump.
Mit seinen jüngsten Äußerungen zeigt Biden nun, dass der politische Schlagabtausch zwischen den beiden Rivalen auch nach der Wahl nichts von seiner Schärfe verloren hat.
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