Linke und CDU kämpfen um Platz eins, die SPD stürzt ab – und vier Tage vor der Abgeordnetenhauswahl ist völlig offen, welche Parteien anschließend gemeinsam regieren können
Berlin wählt am 20. September 2026 ein neues Abgeordnetenhaus – und wenige Tage vor der Wahl präsentiert sich die Hauptstadt politisch so unübersichtlich wie selten zuvor.
Die Linke und die CDU liegen in den jüngsten Umfragen nahezu gleichauf. Die AfD folgt dahinter, die Grünen bleiben in Schlagdistanz. Die SPD, jahrzehntelang bestimmende politische Kraft der Hauptstadt, findet sich dagegen nur noch auf Platz fünf wieder.
Gleichzeitig werden die letzten Wahlkampftage von Geschichten überschattet, die mit den eigentlichen Berliner Problemen nur bedingt zu tun haben.
Gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit als Regionspräsident in Hannover. Die Linke leistete sich wenige Tage vor der Wahl eine bemerkenswerte Kommunikationspanne und zeigte in einem Wahlvideo statt des Roten Rathauses kurzerhand das Rathaus von Danzig.
Und die CDU geht mit Stefan Evers ins Rennen – einem Spitzenkandidaten, der ursprünglich überhaupt nicht Spitzenkandidat sein sollte.
Willkommen im Berliner Wahlkampf 2026.
Die neuesten Umfragen: Linke und CDU praktisch gleichauf
Die letzten Erhebungen zeigen vor allem eines: Einen klaren Vorsprung einer Partei gibt es nicht.
Infratest dimap kam in seiner letzten Vorwahlbefragung vom 10. September auf:
Linke 21 Prozent, CDU 20 Prozent, AfD 18 Prozent, Grüne 16 Prozent, SPD 12 Prozent und BSW 4 Prozent.
Gegenüber der Wiederholungswahl 2023 wären das erhebliche Verschiebungen. Damals hatte die CDU noch 28,2 Prozent erreicht. SPD und Grüne kamen jeweils auf 18,4 Prozent, die Linke auf 12,2 und die AfD auf 9,1 Prozent.
Das ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen vom 11. September sah die Linke sogar bei 23 Prozent, die CDU bei 21, die AfD bei 17, die Grünen bei 16 und die SPD bei lediglich 10 Prozent.
Und die noch jüngere INSA-Erhebung vom 14. September zeichnet wieder ein etwas anderes Bild:
Linke 20 Prozent, CDU 20 Prozent, AfD 18 Prozent, Grüne 16 Prozent, SPD 12 Prozent, BSW 5 Prozent und FDP 3 Prozent.
INSA befragte dafür zwischen dem 7. und 14. September 1.000 Personen online.
Damit sollte man sich vor vermeintlich exakten Prognosen hüten. Unterschiede von ein oder zwei Prozentpunkten liegen im Bereich üblicher statistischer Unsicherheiten.
Die belastbare Aussage lautet deshalb:
Linke und CDU liegen in den jüngsten Erhebungen eng beieinander. Dahinter folgen AfD und Grüne. Die SPD liegt deutlich zurück.
Für die SPD könnte es historisch bitter werden
Besonders dramatisch ist die Situation für die Sozialdemokraten.
Die SPD gehört seit Jahrzehnten zu den bestimmenden politischen Kräften Berlins. Seit 1989 ist sie ohne Unterbrechung an der Landesregierung beteiligt. Nach der Wiederholungswahl 2023 musste sie sich allerdings mit der Rolle des Juniorpartners der CDU begnügen.
Jetzt droht ihr nach den aktuellen Umfragen ein Ergebnis von lediglich zehn bis zwölf Prozent.
Das wäre noch einmal erheblich weniger als die bereits schwachen 18,4 Prozent von 2023.
Ausgerechnet in dieser Situation wollte Steffen Krach die Berliner SPD erneuern.
Krach ist kein politischer Neuling in Berlin. Er war bereits mehrere Jahre Staatssekretär im Berliner Senat, wechselte anschließend nach Niedersachsen und wurde 2021 Präsident der Region Hannover. Für die Berliner Wahl kehrte er zurück und wurde zum SPD-Spitzenkandidaten gekürt.
Inhaltlich versucht Krach, die SPD mit klassischen Großstadtthemen zu profilieren: bezahlbare Mieten, Wohnungsbau, Sauberkeit, Familienpolitik und Sicherheit.
Die SPD verspricht unter anderem 100.000 zusätzliche Wohnungen, ein Mietenregister und eine neue Mietenaufsicht. Krach spricht aktuell von 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr und will außerdem mehr Geld für die Stadtreinigung.
Doch kurz vor der Wahl redet Berlin nicht über diese Pläne.
Berlin redet über Ermittlungen.
Ermittlungen gegen Steffen Krach
Am 10. September wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Hannover gegen Steffen Krach ermittelt.
Dabei geht es um den Verdacht der Vorteilsannahme in zwei Fällen im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit als Regionspräsident in Hannover. Im Zuge der Ermittlungen gab es Durchsuchungen in Krachs Berliner Privatwohnung sowie in Büros in Berlin und Hannover.
Wichtig ist dabei:
Es handelt sich um Ermittlungen und einen Verdacht, nicht um eine Verurteilung oder einen festgestellten Rechtsverstoß. Für Krach gilt die Unschuldsvermutung.
Krach weist die Vorwürfe zurück und hält an seiner Kandidatur fest.
Er kündigte an, bis zum Wahltag weiter um jede Stimme für die SPD zu kämpfen. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Ermittlungen seinen Wahlkampf beeinträchtigen und die von ihm gewünschten politischen Themen in den Hintergrund drängen.
Politisch kommt die Angelegenheit für die SPD zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Eine Partei, die ohnehin nur noch bei rund zehn bis zwölf Prozent liegt, muss wenige Tage vor der Wahl erklären, warum gegen ihren Spitzenkandidaten ermittelt wird.
Ob und in welchem Umfang das tatsächlich das Wahlverhalten beeinflusst, lässt sich derzeit nicht seriös feststellen.
Die Linke greift nach dem Roten Rathaus – und zeigt Danzig
Auch bei der Linken lief im Wahlkampf nicht alles nach Plan.
Ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp könnte als Kandidatin einer der derzeit stärksten Parteien erstmals für die Linke ins Rote Rathaus einziehen.
Ausgerechnet dieses Rote Rathaus wurde der Partei wenige Tage vor der Wahl allerdings zum Verhängnis.
In einem Instagram-Video erklärte Eralp den Berlinerinnen und Berlinern das Wahlsystem. Sie erläuterte Erst- und Zweitstimme und wollte offenbar gleichzeitig zeigen, wohin sie politisch möchte: ins Rote Rathaus.
Nur:
Das eingeblendete Rathaus stand gar nicht in Berlin.
Zu sehen war das Rechtstädtische Rathaus in Danzig/Gdańsk in Polen. Das Video war später nicht mehr auf Instagram verfügbar.
Politisch ist das natürlich kein Staatsdrama.
Aber im Wahlkampf sind solche Bilder dankbares Material für politische Gegner.
Wer wenige Tage vor einer Berlin-Wahl erklären möchte, wie die Hauptstadt funktioniert und gleichzeitig das wichtigste Rathaus der Stadt mit einem Gebäude in Polen verwechselt, produziert unfreiwillig eine Pointe.
Über die politische Eignung Eralps sagt der Fehler allein nichts aus.
Über die Qualitätskontrolle eines Wahlkampfvideos allerdings schon.
Elif Eralp und die neue Stärke der Linken
Die Rathaus-Panne sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Linke derzeit erheblich stärker dasteht als bei der letzten Wahl.
2023 erreichte sie lediglich 12,2 Prozent. Jetzt liegt sie in den jüngsten Erhebungen zwischen 20 und 23 Prozent.
Ihr Wahlkampf konzentriert sich stark auf die Wohnungs- und Mietenpolitik.
Die Linke fordert unter anderem einen zunächst einjährigen Mietenstopp bei landeseigenen Wohnungsunternehmen. Anschließend sollen Erhöhungen auf höchstens ein Prozent jährlich begrenzt werden. Zudem will sie den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ umsetzen und große private Wohnungsbestände vergesellschaften.
Gerade dieser Punkt könnte bei späteren Koalitionsverhandlungen wichtig werden.
Denn nicht jeder potenzielle Partner teilt diese Position.
CDU: Plötzlich heißt der Spitzenkandidat Stefan Evers
Auch die Berliner CDU erlebt einen Wahlkampf, den sie sich ursprünglich anders vorgestellt hatte.
Wer nach dem Spitzenkandidaten sucht, stößt deshalb vielleicht noch auf unterschiedliche Namen.
Der CDU-Spitzenkandidat für die Wahl am 20. September heißt Stefan Evers.
Der bisherige Finanzsenator trat jedoch nicht als ursprünglich vorgesehener Kandidat an.
Eigentlich sollte der amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner die CDU erneut in die Wahl führen. Mitte Juli war jedoch klar, dass Wegner nicht Spitzenkandidat bleiben würde. Hintergrund waren Kontroversen um seine Angaben dazu, was er während des großen Berliner Stromausfalls zu Jahresbeginn getan hatte.
Evers übernahm.
Der 46-Jährige war zuvor eher als Strippenzieher und Organisator innerhalb der Berliner CDU bekannt und musste nun innerhalb kürzester Zeit vom Finanzsenator zum Gesicht des gesamten Wahlkampfes werden.
Und bemerkenswerterweise liegt er mit der CDU trotzdem im Rennen um Platz eins.
Auch die Bürgermeisterfrage ist keineswegs eindeutig
Interessant ist dabei, dass keine der Spitzenfiguren die Berliner Wählerschaft wirklich begeistert.
Im ZDF-Politbarometer erklärten 25 Prozent, sie würden Stefan Evers als Regierenden Bürgermeister bevorzugen. 23 Prozent nannten Elif Eralp.
Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf kam auf neun Prozent.
Gleichzeitig wollten 18 Prozent keinen dieser drei Kandidaten, weitere 25 Prozent kannten sie nicht ausreichend oder machten keine Angabe.
Auch Infratest dimap kommt zu einem ähnlichen Bild. Dort konnten sich 23 Prozent Eralp und 22 Prozent Evers gut als Regierungschef beziehungsweise Regierungschefin vorstellen. Steffen Krach erreichte 16 Prozent.
Damit ist diese Wahl ungewöhnlich:
Es gibt derzeit keinen Spitzenkandidaten mit einer breiten persönlichen Mehrheit in der Bevölkerung.
Und dann kommt die eigentliche Frage: Wer soll miteinander regieren?
Genau hier wird die Berliner Wahl besonders interessant.
Denn die bisherigen Umfragen machen eines ziemlich wahrscheinlich – zumindest rechnerisch:
Zweierkoalitionen werden es sehr schwer haben, eine Mehrheit zu erreichen.
Die bisherige Koalition aus CDU und SPD hätte nach den aktuellen Erhebungen keine Mehrheit mehr.
Damit rücken Dreierbündnisse in den Mittelpunkt.
Variante eins: Linke – Grüne – SPD
Ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD hätte nach den jüngsten Umfragen rechnerisch eine Mehrheit.
Bei der INSA-Erhebung vom 14. September kämen die drei Parteien beispielsweise auf 48 Prozent der Stimmen und nach der dort modellierten Sitzverteilung auf 69 von 130 Mandaten.
Auch nach der ZDF-Projektion hätte dieses Bündnis eine Mehrheit.
Politisch wäre das eine Neuauflage des früheren rot-rot-grünen Modells – allerdings mit völlig veränderten Machtverhältnissen.
Nicht die SPD wäre die führende Kraft.
Die Linke könnte diese Rolle beanspruchen.
Damit würde Elif Eralp zur zentralen Figur einer solchen Regierungsbildung.
Die Grünen zeigen grundsätzlich Sympathien für diese Variante. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf hat erklärt, die CDU in die Opposition schicken zu wollen.
Aber es gibt Konfliktstoff.
Insbesondere die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne könnte zum Problem werden. Linke und Grüne stehen dem deutlich offener gegenüber als SPD-Spitzenkandidat Krach, der sich gegen eine Vergesellschaftung ausgesprochen hat.
Hinzu kommen Konflikte über Polizei, Sicherheitspolitik und den Umgang mit Teilen der Berliner Linken.
Krach hatte bereits erklärt, beim Thema Antisemitismus klare Grenzen zu ziehen und Kürzungen bei der Polizei abzulehnen. Eine Koalition mit der Linken hat er dennoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Variante zwei: CDU – Grüne – SPD
Die zweite naheliegende Dreierkonstellation wäre CDU, Grüne und SPD.
Auch dieses Bündnis hätte nach den aktuellen Umfragen rechnerisch eine Mehrheit.
In der INSA-Modellrechnung kämen CDU, Grüne und SPD auf 68 von 130 Mandaten.
Nach der ZDF-Projektion wäre ebenfalls eine Mehrheit vorhanden.
Politisch wäre diese Koalition allerdings keineswegs selbstverständlich.
CDU und Grüne haben erhebliche Differenzen beispielsweise in der Verkehrs-, Klima- und Wohnungspolitik.
Gleichzeitig regieren CDU und SPD bereits miteinander.
Die SPD würde in einem solchen Dreierbündnis allerdings erneut als deutlich kleinere Kraft auftreten.
Die entscheidende Frage wäre dann, ob die Grünen bereit wären, Stefan Evers zum Regierenden Bürgermeister zu wählen – und welchen politischen Preis sie dafür verlangen würden.
Die SPD könnte trotz Absturz zum entscheidenden Partner werden
Das ist eine der bemerkenswertesten möglichen Konsequenzen dieser Wahl.
Eine SPD mit vielleicht nur zehn oder zwölf Prozent könnte trotzdem bei der Regierungsbildung eine wichtige Rolle spielen.
Denn sowohl für ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD als auch für eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD könnte sie rechnerisch benötigt werden.
Das zeigt das paradoxe Berliner Bild:
Die SPD könnte eines ihrer schwächsten Ergebnisse ihrer Geschichte erzielen – und trotzdem mit darüber entscheiden, wer anschließend im Roten Rathaus regiert.
Welche Variante sie bevorzugen würde, ist bislang nicht abschließend festgelegt.
Krach hat sowohl gegenüber der Linken als auch gegenüber der CDU Kritik formuliert und vor der Wahl keine der beiden Parteien grundsätzlich als Koalitionspartner ausgeschlossen.
Was ist mit dem BSW?
Hier lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Umfragen.
Infratest dimap sieht das BSW bei vier Prozent, die Forschungsgruppe Wahlen bei drei Prozent.
INSA dagegen misst aktuell fünf Prozent.
Das ist entscheidend.
Denn ob das BSW an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert oder ins Abgeordnetenhaus einzieht, verändert die Sitzverteilung und damit möglicherweise auch die rechnerischen Mehrheiten.
Gerade deshalb sollte man wenige Tage vor der Wahl bei Koalitionsrechnungen vorsichtig sein.
Und die AfD?
Die AfD liegt in den aktuellen Umfragen zwischen 17 und 18 Prozent und damit erheblich über ihrem Ergebnis von 2023, als sie 9,1 Prozent erreichte.
Rechnerisch können sich dadurch zwar weitere Kombinationen ergeben.
Für die realistische Koalitionsdebatte sind mathematische Mehrheiten allein jedoch nicht ausreichend. Entscheidend ist, welche Zusammenarbeit die jeweiligen Parteien politisch überhaupt in Betracht ziehen.
Deshalb konzentriert sich die aktuelle öffentliche Debatte vor allem auf die beiden Dreiermodelle Linke–Grüne–SPD und CDU–Grüne–SPD.
Was wollen die Berliner selbst?
Auch hier ist das Bild bemerkenswert uneindeutig.
Infratest dimap fragte die Berliner nach einem CDU- beziehungsweise Linken-geführten Senat.
Das Ergebnis:
42 Prozent bevorzugten einen CDU-geführten Senat – ebenfalls 42 Prozent einen von der Linken geführten Senat.
Dabei gibt es geografische Unterschiede. Im Berliner Westen tendieren die Befragten stärker zu einer CDU-geführten Regierung, im Osten stärker zu einem Linken-geführten Senat.
Das ZDF fragte konkreter nach Koalitionen.
Eine Regierung aus Linken, Grünen und SPD erhielt dabei mit 37 Prozent noch die größte Zustimmung der abgefragten Varianten. Gleichzeitig bewerteten 55 Prozent auch diese Konstellation als eher schlecht.
Von Begeisterung für irgendeine Regierungsoption kann also kaum gesprochen werden.
Vier Tage vor der Wahl bleibt Berlin offen
Die Abgeordnetenhauswahl 2026 erzählt damit mehrere politische Geschichten gleichzeitig.
Die CDU muss erklären, warum sie innerhalb weniger Wochen ihren Spitzenkandidaten austauschen musste und versucht nun mit Stefan Evers, ihre Position als stärkste Kraft zu verteidigen.
Die Linke hat sich gegenüber 2023 in den Umfragen erheblich verbessert und könnte mit Elif Eralp erstmals Anspruch auf die Führung des Senats erheben – während sie sich gleichzeitig mit eigenen politischen Kontroversen und zuletzt einer reichlich kuriosen Rathaus-Panne beschäftigt.
Die SPD kämpft mit historisch schwachen Umfragewerten. Und ihr Hoffnungsträger Steffen Krach muss wenige Tage vor der Wahl Fragen zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen beantworten, deren Ausgang offen ist und bei denen ausdrücklich die Unschuldsvermutung gilt.
Die Grünen wiederum liegen zwar hinter CDU und Linken, könnten bei der Regierungsbildung aber eine zentrale Rolle spielen.
Und das BSW bewegt sich ausgerechnet an jener Fünf-Prozent-Grenze, deren Über- oder Unterschreiten die Mehrheitsverhältnisse zusätzlich verändern kann.
Damit entscheidet Berlin am 20. September nicht nur darüber, welche Partei die meisten Stimmen bekommt.
Die schwierigere Frage beginnt möglicherweise erst am Wahlabend:
Welche Parteien sind anschließend bereit, miteinander zu regieren – und auf welche politischen Forderungen sind sie dafür bereit zu verzichten?
Nach den derzeitigen Umfragen stehen insbesondere zwei Dreiermodelle im Raum: Linke, Grüne und SPD auf der einen sowie CDU, Grüne und SPD auf der anderen Seite.
Welche davon nach der Wahl tatsächlich verhandelt wird, hängt jedoch vom tatsächlichen Wahlergebnis und von den anschließenden Entscheidungen der Parteien ab.
Und genau deshalb wäre es vier Tage vor der Wahl unseriös, das Rennen um das Rote Rathaus bereits für entschieden zu erklären.
Berlin hat erst noch das Wort.
Kommentar hinterlassen