Amerikanische Autofahrer zahlen am Labor-Day-Wochenende erstmals im landesweiten Durchschnitt mehr als vier Dollar für eine Gallone Normalbenzin. Nach Angaben des Automobilclubs AAA lag der Preis am 6. September bei 4,15 Dollar pro Gallone.
Damit wurde zwar nicht der absolute Rekord von 5,02 Dollar aus dem Juni 2022 erreicht. Noch nie zuvor war Benzin am Labor-Day-Wochenende jedoch so teuer.
Der Kraftstoffanalyst Patrick De Haan von GasBuddy hatte bereits damit gerechnet, dass der landesweite Durchschnitt zum ersten Mal an diesem Feiertagswochenende die Vier-Dollar-Marke überschreiten könnte. Der bisherige Labor-Day-Rekord stammte aus dem Jahr 2012 und lag bei 3,83 Dollar pro Gallone.
Nach Einschätzung De Haans befinden sich die Benzinpreise außerdem auf dem höchsten jemals zu diesem späten Zeitpunkt im Kalenderjahr gemessenen Niveau.
Normalerweise folgen die Kraftstoffpreise in den USA einem saisonalen Verlauf. Im Winter fahren viele Menschen weniger, wodurch die Nachfrage sinkt. Im Frühjahr und Sommer steigen die Preise üblicherweise wieder an, weil längere Tage, wärmeres Wetter und die Reisezeit zu mehr Autofahrten führen.
Gegen Ende des Sommers beginnen die Preise gewöhnlich zu fallen. Im Jahr 2026 ist diese Entlastung jedoch ausgeblieben.
Als Hauptgrund gelten die hohen Rohölpreise. Der Krieg mit dem Iran treibt die Kosten auf den internationalen Energiemärkten seit Monaten nach oben. Gleichzeitig hat Russland infolge wiederholter Angriffe während des Krieges gegen die Ukraine einen Teil seiner Raffineriekapazitäten verloren.
Beide Entwicklungen verknappen das Angebot und verteuern die Verarbeitung sowie den Transport von Kraftstoffen. Dadurch stiegen die amerikanischen Benzinpreise auf ein für diese Jahreszeit bislang unbekanntes Niveau.
Wie stark sich die Lage verändert hat, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr. Am 6. September 2025 kostete eine Gallone Normalbenzin nach Angaben von AAA durchschnittlich 3,20 Dollar. Innerhalb eines Jahres erhöhte sich der Preis damit um 95 Cent.
Für Menschen, die täglich auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, wird die Entwicklung zunehmend zur Belastung. Besonders Fahrer großer Autos und Pendler mit langen Arbeitswegen müssen deutlich mehr für jede Tankfüllung ausgeben.
Noch drastischer ist die Situation beim Dieselkraftstoff. Der landesweite Durchschnittspreis erreichte am 3. September laut De Haan 5,85 Dollar pro Gallone. Damit wurde sogar der bisherige absolute Höchstwert von 5,82 Dollar aus dem Juni 2022 übertroffen.
De Haan erwartet deshalb, dass 2026 zum teuersten Dieseljahr in der Geschichte der USA werden könnte. Hohe Dieselpreise treffen nicht nur private Fahrzeughalter. Sie verteuern auch den Güterverkehr, landwirtschaftliche Arbeiten und zahlreiche Dienstleistungen.
Die zusätzlichen Transportkosten können wiederum die Preise vieler Waren erhöhen. Unternehmen geben einen Teil ihrer höheren Ausgaben häufig an Kunden weiter, sodass die Auswirkungen der Kraftstoffpreise weit über die Tankstellen hinausreichen.
Ob Autofahrer in den kommenden Wochen mit einer deutlichen Entlastung rechnen können, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der internationalen Konflikte, der Rohölpreise und der verfügbaren Raffineriekapazitäten ab.
Das Labor-Day-Wochenende 2026 markiert damit einen neuen Rekord: Noch nie mussten amerikanische Autofahrer zu diesem Zeitpunkt des Jahres so viel für Benzin bezahlen.
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