Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt aktuell vor den Festgeldangeboten auf der Internetseite „willemsen-vermoegensveraltungen(.)de“. Nach Angaben der Finanzaufsicht besteht der Verdacht, dass dort ohne die erforderliche Erlaubnis Bankgeschäfte sowie Finanz- und Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten werden. Zudem weist die BaFin darauf hin, dass es sich um einen Identitätsmissbrauch zulasten der Bruno Willemsen Vermögensverwaltungen e.K. handelt, die mit den Angeboten nach eigenen Angaben nichts zu tun hat. Die Deutsche Startup Zeitung sprach darüber mit Rechtsanwalt Jens Reime.
„Herr Rechtsanwalt Reime, wie bewerten Sie die aktuelle Warnung der BaFin?“
Die Warnung der BaFin sollte jeder Anleger sehr ernst nehmen. Die Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass der Verdacht besteht, dass über die betreffende Internetseite erlaubnispflichtige Finanzdienstleistungen angeboten werden, ohne dass hierfür eine Zulassung vorliegt. Hinzu kommt der Vorwurf des Identitätsmissbrauchs. Das bedeutet, dass nach den Feststellungen der BaFin der Eindruck erweckt wird, hinter dem Angebot stehe ein tatsächlich existierendes und zugelassenes Unternehmen, was nach Angaben der Behörde gerade nicht der Fall ist.
„Welche Risiken bestehen für Verbraucher?“
Wer Geld auf Plattformen investiert, deren Betreiber nicht eindeutig identifizierbar sind oder die ohne Erlaubnis tätig werden, riskiert im schlimmsten Fall den vollständigen Verlust seines investierten Kapitals. Besonders kritisch wird es, wenn seriöse Unternehmensnamen oder bestehende Finanzdienstleister missbräuchlich verwendet werden, um Vertrauen zu schaffen. Genau vor dieser Vorgehensweise warnt die BaFin regelmäßig.
„Was sollten Anleger tun, die bereits Geld überwiesen haben?“
Zunächst sollten Betroffene Ruhe bewahren, aber schnell handeln. Sämtliche Unterlagen wie Kontoauszüge, E-Mails, Chatverläufe, Vertragsunterlagen und Zahlungsbelege sollten gesichert werden.
Anschließend empfiehlt es sich,
- unverzüglich die eigene Bank zu informieren und gegebenenfalls einen Rückruf oder eine Rückholung der Überweisung prüfen zu lassen,
- Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten,
- die BaFin-Warnung zu dokumentieren und
- sich anwaltlich beraten zu lassen, um mögliche zivilrechtliche Ansprüche zu prüfen.
Je früher reagiert wird, desto größer sind unter Umständen die Möglichkeiten, Zahlungsströme nachzuvollziehen oder Vermögenswerte zu sichern.
„Wie kann man sich künftig schützen?“
Anleger sollten vor jeder Geldanlage überprüfen, ob ein Unternehmen tatsächlich über eine Zulassung der BaFin verfügt. Die Unternehmensdatenbank der BaFin ist hierfür die erste Anlaufstelle. Darüber hinaus sollte man Internetseiten kritisch prüfen: Gibt es ein vollständiges Impressum? Stimmen Unternehmensname, Domain und Kontaktdaten mit dem tatsächlich zugelassenen Unternehmen überein? Unrealistisch hohe Zinsen oder Zeitdruck bei der Anlageentscheidung sind ebenfalls klassische Warnsignale.
„Ihr Fazit?“
Die aktuelle Warnung zeigt erneut, wie professionell Betrüger inzwischen auftreten. Der Missbrauch der Identität etablierter Finanzunternehmen gehört zu den häufigsten Betrugsmaschen im Internet. Verbraucher sollten daher nicht allein auf einen bekannten Firmennamen vertrauen, sondern jedes Angebot sorgfältig überprüfen. Wer bereits investiert hat und Zweifel an der Seriosität des Anbieters hat, sollte nicht abwarten, sondern umgehend rechtliche und bankfachliche Unterstützung in Anspruch nehmen.
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