Ein launischer Kommentar aus Sicht eines FC-Fans
Respekt, Thomas Kessler!
Wenn der Deal tatsächlich so über die Bühne geht, dann muss man einfach den Hut ziehen. Einen Spieler für 5,5 Millionen Euro verpflichten, ihn ein Jahr lang zu einem der besten FC-Profis machen und anschließend für 20 Millionen Euro weiterverkaufen – wirtschaftlich ist das schon ziemlich nah an der Champions League. Da können andere Bundesliga-Klubs durchaus neidisch nach Köln schauen.
Aber…
…es gibt da diesen kleinen, nervigen Fußball-Aspekt.
Denn so schön die 14,5 Millionen Euro Gewinn auch auf dem Konto aussehen mögen – die spielen am ersten Spieltag leider nicht auf dem linken Flügel.
Jakub Kaminski war nicht irgendein Spieler. Er war Tempo, Eins-gegen-Eins, Vorlagen, Tore und vor allem jemand, der Spiele auch mal alleine entscheiden konnte. Genau solche Spieler wachsen bekanntlich nicht auf den Bäumen rund ums Geißbockheim.
Natürlich klingt Mikey Moore spannend. 18 Jahre, Riesentalent, Tottenham, Rangers, England – liest sich alles hervorragend. Aber zwischen einem Talent auf dem Papier und einem Leistungsträger in der Bundesliga liegen manchmal Welten.
Als FC-Fan kennt man dieses Spiel schließlich seit Jahren.
Da heißt es regelmäßig: „Keine Sorge, wir haben schon einen Plan.“
Und wenige Wochen später sitzt man im RheinEnergieSTADION und fragt sich in der 78. Minute, wer denn eigentlich mal den entscheidenden Pass spielen soll.
Klar, Leihgeschäfte können funktionieren. Kaminski selbst war schließlich der beste Beweis dafür.
Sie können aber auch grandios daneben gehen.
Deshalb bleibt bei aller Freude über den finanziellen Coup eine entscheidende Frage:
Welchen Einfluss hat dieser Transfer auf die Mannschaft in der kommenden Saison?
Der FC hat jetzt Geld. Viel Geld.
Doch Geld gewinnt keine Zweikämpfe, schlägt keine Flanken und erzielt keine Tore.
Das muss derjenige erledigen, der Kaminski ersetzt.
Wenn Kessler erneut einen Volltreffer landet, wird man ihn in Köln feiern.
Wenn nicht, wird sich spätestens im Herbst niemand mehr für die 14,5 Millionen Euro Gewinn interessieren. Dann zählt nur noch die Tabelle.
Denn am Ende gilt beim FC wie immer:
Die Bilanz mag schwarz sein – die Stimmung wird trotzdem ganz schnell rot, wenn auf dem Platz die Punkte fehlen.
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