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Ausgerechnet Trump wird zum unfreiwilligen Klimaaktivisten

Owantana (CC0), Pixabay
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Manchmal schreibt die Weltpolitik die schönsten Witze selbst.
Ausgerechnet Donald Trump – erklärter Freund von Öl, Gas, Bohrinseln und allem, was raucht, stinkt und möglichst viel CO₂ ausstößt – könnte gerade der Mann sein, der die globale Energiewende massiv beschleunigt.

Ja, genau der Trump.
Der Mann, der Windräder ungefähr so sehr liebt wie Wahlergebnisse ohne seinen Namen.
Der Präsident, der Solar- und Windprojekte im eigenen Land auf Eis gelegt hat, damit Amerika weiter geschniegelt in Richtung Vergangenheit marschieren kann.

Und was passiert?
Seine Politik sorgt dafür, dass weltweit plötzlich alle sagen:

„Wisst ihr was? Vielleicht sind Solarpaneele doch gar nicht so doof.“

Ölpreis explodiert, Vernunft entdeckt sich selbst

Der Krieg mit dem Iran und das Chaos rund um die Straße von Hormus haben den Ölmarkt in etwa so berechenbar gemacht wie Trumps nächtliche Truth-Social-Posts.
Das Ergebnis: Staaten, Konzerne und Privathaushalte bekommen kollektiv Schnappatmung – und entdecken ausgerechnet jetzt die romantische Schönheit von Dingen wie:

  • planbare Stromkosten
  • stabile Versorgung
  • weniger Abhängigkeit von Autokraten
  • und Windräder, die erstaunlicherweise keine Kriege anfangen

Denn während Ölpreise inzwischen im Stundentakt Achterbahn fahren, liefern Sonne und Wind weiter stoisch Energie – ganz ohne Drohgebärden, Tankerblockaden oder Präsidenten, die morgens erst Krieg andeuten und nachmittags Frieden verkünden.

Trump macht fossile Energie unberechenbar – und wird damit zum Werbegesicht der Erneuerbaren

Ein französischer Energieexperte brachte es elegant auf den Punkt:
Trump trage – wenn auch unfreiwillig – zur Energiewende bei, indem er fossile Brennstoffe strukturell unberechenbar mache.

Übersetzt:

Trump ist gerade das beste Verkaufsargument für Solaranlagen seit Erfindung der Sonne.

Wo früher noch gerechnet wurde:
„Öl ist günstig, vielleicht lohnt sich die Investition in Erneuerbare nicht.“

heißt es jetzt:
„Wenn der Ölpreis weiter so schwankt, bauen wir lieber sofort Windräder, Solardächer und zur Sicherheit noch drei Batterien in den Keller.“

Europa taumelt – und entdeckt plötzlich das Offensichtliche

Die europäischen Wissenschaftsakademien mahnen nun schnelles Handeln an.
Europa, so heißt es, taumle von einer Energiekrise zur nächsten.

Das ist höflich formuliert.

Tatsächlich wirkt Europas Energiepolitik oft wie ein Mensch, der seit Jahren gegen denselben Türrahmen läuft und jedes Mal überrascht ruft:

„Autsch – damit konnte nun wirklich niemand rechnen!“

Jetzt aber dämmert es langsam auch den letzten Ministerien:

  • Fossile Energien sind teuer
  • Fossile Energien machen abhängig
  • Fossile Energien machen nervös
  • Und wenn Trump mitmischt, machen sie alles gleichzeitig

Plötzlich ist sogar Atomkraft wieder sexy

Weil in Krisenzeiten offenbar alles ein Comeback feiern darf, bekommt neben Solar und Wind auch die Atomkraft wieder Applaus.
Die Internationale Energieagentur spricht von einem „Schwung zugunsten der Kernenergie“.

Kurz gesagt:

Wenn Öl teuer wird, wird selbst der Reaktor wieder zum seriösen Typen von nebenan.

Asien erlebt den „Hormus-Moment“

Besonders hart trifft der Ölpreisschock Asien.
Dort mussten manche Länder bereits Treibstoff rationieren – was ungefähr der Moment ist, in dem Regierungen plötzlich sehr offen für Windparks werden.

Ein britischer Thinktank spricht bereits vom „Ukraine-Moment“ für Asien:
So wie Europa wegen des Ukraine-Kriegs seine Gasabhängigkeit reduzieren musste, könnte nun die Straße von Hormus Asien dazu zwingen, endlich weniger am Öltropf zu hängen.

Oder einfacher:

Wenn Tanker zum geopolitischen Nervenzusammenbruch werden, wirkt ein Solarfeld plötzlich erstaunlich beruhigend.

Und in den USA? Trump bremst – aber der Markt lacht

Natürlich versucht Trump im eigenen Land weiterhin, Wind- und Solarenergie zu bremsen.
Windkraft? Unschön.
Solarförderung? Weg damit.
Genehmigungen? Bitte nur mit persönlicher Unterschrift des Ministers, vermutlich nach Mondphase und politischer Großwetterlage.

Das Problem:
Der Markt hält sich nicht an Wahlkampfreden.

Denn je teurer Öl und Gas werden, desto attraktiver werden Erneuerbare.
Sogar die offiziellen US-Energieprognosen rechnen langfristig mit massivem Wachstum bei Solar und Wind.

Das ist die vielleicht größte Ironie an der Sache:

Trump will die Energiewende stoppen – und treibt sie mit jedem neuen Ölpreisschock weiter an.

E-Autos plötzlich keine Öko-Spinnerei mehr, sondern Sparmodell

Nicht nur Regierungen reagieren.
Auch ganz normale Leute schauen auf die Zapfsäule, sehen den Preis – und entwickeln spontan ein tiefes emotionales Interesse an Elektroautos.

Die Nachfrage nach E-Autos schießt in Europa nach oben:

  • Mobile.de meldet +50 %
  • Carwow spricht von 20 bis 30 % mehr Suchanfragen
  • Frankreich meldet sogar +160 %
  • In Deutschland und Österreich wurden im März erstmals mehr E-Autos neu zugelassen als Benziner

Mit anderen Worten:

Nichts überzeugt den Durchschnittsautofahrer so zuverlässig von Elektromobilität wie ein Benzinpreis, bei dem man an der Kasse kurz über Ratenzahlung nachdenkt.

Fazit

Donald Trump wollte eigentlich:

  • mehr Öl
  • mehr Gas
  • weniger Windräder
  • weniger Solar
  • mehr fossile Nostalgie

Bekommen könnte die Welt stattdessen:

  • mehr Solaranlagen
  • mehr Windparks
  • mehr E-Autos
  • mehr Speicher
  • und eine beschleunigte Abkehr von genau dem System, das Trump retten will

Oder noch kürzer:

Trump wollte die fossile Welt retten – und hat aus Versehen die Energiewende auf den Schnellgang gestellt.

Man könnte auch sagen:

Kein Mensch hat in den letzten Monaten mehr für Solar und Wind geworben als Donald Trump – nur leider komplett unfreiwillig.

 

 

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