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Au Backe Erzgebirge AUE

jorono (CC0), Pixabay
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Aue verteilt Tore – und die Punkte gleich mit

Sechs Tore, ein Eigentor, ein Elfmeter, ein Pfostenschuss und ein später Ausgleich: Erzgebirge Aue ist mit einem 3:3 gegen die VSG Altglienicke in die Regionalliga Nordost gestartet. Für die Zuschauer war es ein herrlicher Fußballnachmittag. Für Trainer, Verteidiger und Menschen mit erhöhtem Blutdruck eher weniger.

Der Drittliga-Absteiger führte im Topspiel bereits mit 3:2 und hatte den Sieg praktisch in der Tasche. Leider war die Tasche offenbar unten offen. In der 87. Minute köpfte Jonas Nietfeld zum Ausgleich ein und sorgte dafür, dass Aue zum Saisonauftakt nur einen Punkt behielt.

Dabei begann die Partie für die Gastgeber durchaus erfreulich. Zwar hatte Altglienicke zunächst mehr vom Spiel, doch Aue ging mit seiner ersten echten Gelegenheit in Führung. Linus Queißer setzte sich in der 17. Minute energisch gegen drei Berliner durch. Torwart Luis Klatte konnte seinen Schuss noch abwehren, doch Lennart Czyborra lenkte den Abpraller ins eigene Netz.

Ein Treffer, den Aue nicht einmal selbst erzielen musste. Effizienter kann man kaum in eine neue Saison starten.

Altglienicke ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Mohamed Sydney Sylla traf in der 32. Minute mit einem abgefälschten Schuss zum 1:1. Sieben Minuten später stieg der frühere Bundesliga-Profi John Anthony Brooks nach einer Ecke hoch und köpfte die Gäste in Führung.

Aue lag plötzlich mit 1:2 zurück, hatte aber immerhin keine Zeit, lange darüber nachzudenken. Nur eine Minute später erzielte Tim Maciejewski bereits den Ausgleich. Vier Tore in 40 Minuten – defensiv war das Topspiel ungefähr so stabil wie ein Gartenstuhl auf Kopfsteinpflaster.

Aues Kaderplaner Steffen Ziffert gab sich zur Pause trotzdem nicht gerade euphorisch. Das 2:2 sei glücklich, erklärte er im MDR. Außerdem habe er die Mannschaft schon besser gesehen und auch besser erwartet. Übersetzt: Das Ergebnis war ordentlich, der Auftritt eher ausbaufähig.

Nach der Pause machte Altglienicke dann deutlich, dass auch die eigene Hintermannschaft einen unterhaltsamen Nachmittag geplant hatte. Der frühere Auer Anthony Barylla und Torwart Klatte konnten sich in der 57. Minute offenbar nicht darauf einigen, wer sich um den Ball kümmern sollte. Queißer sagte höflich Danke, sprintete dazwischen und wurde vom Keeper zu Fall gebracht.

Marcel Bär verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 3:2. Aue hatte das Spiel wieder gedreht und durfte langsam vom perfekten Saisonstart träumen.

Christoph Pauling hätte in der 75. Minute alles entscheiden können. Sein Schuss landete jedoch am Pfosten. Das Aluminium hatte offenbar keine Lust auf Feierabend und hielt Altglienicke im Spiel.

Die Berliner nutzten ihre letzte Chance. Drei Minuten vor Schluss traf Nietfeld per Kopf zum 3:3. Aue hatte damit drei Tore erzielt, zweimal geführt und trotzdem nicht gewonnen. Willkommen in der Regionalliga.

Während in Aue noch über zwei verlorene Punkte diskutiert wurde, erledigte der Chemnitzer FC seine Aufgabe bei Hertha BSC II deutlich nüchterner. Der CFC gewann mit 4:0 und ließ dabei kaum Zweifel daran, wer an diesem Tag Aufstiegsambitionen hatte.

Ron Berlinski brachte Chemnitz in der 27. Minute in Führung. Nach der Pause erhöhten Domenico Alberico, Maximilian Fesser und Jonas Marx. Herthas Enoch Adetokunbo-Adelenu sah zudem Gelb-Rot.

Bitter für den CFC: Berlinski musste kurz nach seinem Treffer verletzt ausgewechselt werden. Vorausgegangen war ein hartes Einsteigen von Hertha-Profi Filip Brekalo.

So endet der erste Spieltag mit zwei völlig unterschiedlichen Gefühlslagen: Chemnitz fährt mit vier Toren und drei Punkten nach Hause. Aue bleibt nach einem wilden Fußballnachmittag immerhin die Erkenntnis, dass die Offensive funktioniert.

Die Defensive war vermutlich gerade kurz Kaffee holen.

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