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Arsenal London

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Zwanzig. Jahre. So lange hat es gedauert. Und jetzt ist es endlich passiert: Arsenal steht wieder im Champions-League-Finale. Nicht irgendwie reingestolpert, nicht glücklich weitergewurschtelt – nein, erkämpft, erlitten, verdient. Und ganz ehrlich: Wer dieses Halbfinale überstanden hat, der hat sich jedes einzelne Bier danach verdient.

Es war genau das Spiel, das man erwartet hat – zäh, nervenaufreibend, Atletico in ihrer liebsten Rolle als menschlicher Betonklotz mit gelegentlichen Nadelstichen. Und dann, kurz vor der Pause, dieser Moment: ein bisschen Chaos, ein bisschen Wille, ein bisschen „irgendwie fällt der Ball schon richtig“ – und natürlich steht da Bukayo Saka. Wer auch sonst? 1:0. Emirates explodiert. Gänsehaut.

Und danach? Leiden. Pures Leiden. Jeder Angriff von Atletico fühlte sich an wie ein kleiner Herzstillstand auf Raten. Aber genau das ist der Unterschied zu früheren Arsenal-Teams: Diese Mannschaft bricht nicht. Die hält dagegen. Die verteidigt, als ginge es um mehr als nur ein Spiel – nämlich um 20 Jahre aufgestaute Sehnsucht.

Arteta? Der Mann hat aus einer talentierten Truppe eine echte Mannschaft geformt. Keine Schönwetter-Kicker mehr, sondern eine Einheit, die auch dreckige Spiele gewinnt. Früher hätte man so ein Spiel vielleicht noch 1:1 hergeschenkt. Heute bringt man es einfach über die Zeit. Reifer, abgeklärter, erwachsener.

Und jetzt? Finale. Budapest. Egal ob Bayern oder PSG – ganz ehrlich: Sollen sie doch kommen. Wenn du Atletico ausschaltest und dabei ungeschlagen durch die Champions League marschierst, dann brauchst du dich vor niemandem zu verstecken.

Das ist nicht mehr das Arsenal von „schön gespielt, aber raus“. Das ist ein Arsenal, das dran glaubt. Und plötzlich glauben es auch die Fans wieder. Vielleicht ein bisschen zu laut, ein bisschen zu emotional – aber genau darum geht’s doch.

Noch ein Spiel. Nur noch ein verdammtes Spiel.

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