Acht Männer sollen nach Darstellung der US-Justiz einen Angriff auf eine UFC-Veranstaltung auf dem Gelände des Weißen Hauses geplant haben. Eine Bundesgeschworenenjury in Columbus im Bundesstaat Ohio erhob am 9. Juli Anklage gegen die Beschuldigten, wie das Justizministerium mitteilte. Den Männern im Alter zwischen 19 und 32 Jahren wird vorgeworfen, einen Anschlag auf »UFC Freedom 250« vorbereitet zu haben, eine Mixed-Martial-Arts-Veranstaltung, die Präsident Donald Trump am 14. Juni auf dem South Lawn des Weißen Hauses ausrichten ließ.
Die Anklage umfasst zwei Vorwürfe: Verschwörung zur materiellen Unterstützung von Terroristen sowie Verschwörung zum Mord auf Bundesgelände und zur Ermordung eines Regierungsbeamten. Nach Angaben der Ermittler sollen die Beschuldigten geplant haben, kleine Drohnen mit Sprengsätzen in die Nähe der Veranstaltung zu steuern, um eine Evakuierung auszulösen. Anschließend hätten Komplizen auf fliehende Besucher schießen sollen, während Scharfschützen auf sie warteten.
Die Ermittlungen gegen die Gruppe kamen demnach nach der Festnahme des 19-jährigen Tycen C. Proper aus Ohio ins Rollen. Die neue Anklageschrift ersetzt frühere Vorwürfe, die in verschiedenen Bundesstaaten gegen die acht Männer erhoben worden waren. Im Fall einer Verurteilung wegen Verschwörung zur Unterstützung von Terroristen drohen den Beschuldigten bis zu 15 Jahre Haft. Der Vorwurf der Verschwörung zum Mord kann mit lebenslanger Freiheitsstrafe geahndet werden. Angeklagt wurden Tycen Proper aus Danville, Ohio, Bryan Omar Roa aus Calimesa, Kalifornien, Michael Alan Thomas aus Pinon Hills, Kalifornien, Abraham H. Alvarez aus Omaha, Nebraska, Daniel K. Eskridge aus Hamilton, Missouri, William L. S. Falkner aus Belfair, Washington, Jordan W. Rincker aus St. Joseph, Missouri, sowie Chandler D. Scaggs aus Chapmanville, West Virginia.
Laut Anklage sollen die Männer seit Mai online über Foren und Chats auf Plattformen wie Signal, SimpleX, Discord, TikTok und Instagram miteinander in Kontakt gestanden haben. Dort hätten sie weitere Personen angeworben, sich gegenseitig zu Angriffsvorbereitungen ermuntert und darüber gesprochen, Geld, Waffen, Munition, Schutzwesten, medizinische Ausrüstung, Sprengstoff und Drohnen zu beschaffen. Als mögliche Ziele nennt die Anklage neben Trump auch Vizepräsident JD Vance, Elon Musk sowie weitere Gäste und Regierungsvertreter. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu soll genannt worden sein; er nahm an der Veranstaltung jedoch nicht teil. Trump war bei dem Event an seinem 80. Geburtstag anwesend, ebenso mehrere führende Republikaner, Spender und Vertreter der Regierung. Die Veranstaltung fand ohne Zwischenfall statt und war Teil der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft einigten sich die Beschuldigten auf Ziele, entwarfen Einsatzpläne und besprachen Fluchtmöglichkeiten nach dem mutmaßlich geplanten Angriff. Einige hätten sich bereit erklärt, sich selbst in Gefahr zu bringen, Gesetze zu brechen und möglicherweise unterzutauchen.
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